Henning May (AnnenMayKantereit) entschuldigt sich für „ACAB“-Post

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Ein kürzlich veröffentlichtes Statement brachte dem Sänger von AnnenMayKantereit, Henning May, neben Zuspruch auch Kritik und Rassismus-Vorwürfe ein. Nachdem er in einem Instagram-Beitrag deutsche Polizist*innen in Schutz nahm und erklärte, dass das Akronym „ACAB“ („All Cops Are Bastards“) ihn wütend mache, wiesen ihn seine Fans und Follower*innen auf seine kontroverse Wortwahl hin. Als Person, die nie von rechter Polizeigewalt betroffen war, habe er kein Recht, darüber zu urteilen, wie man damit umgehen sollte. Nun entschuldigte sich May für diesen Teil seiner Aussage.

Der ganze Diskurs begann damit, dass May die rassistischen Strukturen der Polizei kritisierte und deren Arbeit bei der „Querdenker“ #b2908-Demo am Samstag als Blamage bezeichnete. Anschließend veröffentlichte er jedoch einen Instagram-Post, in dem er schrieb, dass er die Abkürzung „ACAB” schlimm finde. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. Und auch nicht die Gegenreaktion von May selbst. Der 28-Jährige werde plötzlich sowohl als „Stiefellecker der Konservativen“ aber auch als „linksversifft“ beleidigt, was er nicht nachvollziehen könnte: „Ach, es ist irgendwie verrückt.“

In der jüngsten Folge des „Machiavelli“-Podcasts bat May seine Fans nun um Verzeihung: „Das war mein Fehler, ich habe mich unsolidarisch verhalten und dafür muss ich mich entschuldigen.” Er sei bereit dafür, sich kritisieren zu lassen, allerdings sollten „wir aufpassen, wie unsere Sprache des Protests ist. Und aus dieser Protestsprache könnten wir das Wort ‚Bastard‘ streichen.”


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Darüber hinaus teilte May ein Video der Politikwissenschaftlerin Nuha, in dem ihn diese darauf hinweist, dass ACAB für jahrzehntelangen Kampf gegen Polizeigewalt steht, von der er als weißer Cis-Mann nicht betroffen sei. Anschließend erklärt May erneut, dass er diese Gewalt nicht relativieren wollte. Es müssten Lösungen gefunden werden, um den zunehmenden Rechtsruck anzugehen und strukturellen Rassismus zu bekämpfen.


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Henning May äußert sich regelmäßig zu gesellschaftspolitischen Themen. Zuletzt setzte er sich für ein Mahnmal an der Kölner Keupstraße ein, das an den NSU-Nagelbombenanschlag vom 9. Juni 2004 mit 22 Verletzten erinnern soll. Mit seinem Auftritt am 31. Juni wolle er damit ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen.


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