Julian Lennon: Beatles-Song „Hey Jude“ erinnert ihn an „tiefen Schmerz“


Der Track würde ihn an die Trennung der Eltern erinnern und wie selten er dann seinen Vater sah.

Paul McCartney schrieb den Beatles-Song „Hey Jude“ 1968 für John Lennons Sohn, Julian Lennon, nachdem sich dessen Eltern getrennt hatten. Damals war Julian Lennon fünf Jahre alt. Bereits im September 2023 sprach der Sohn von Cynthia und John Lennon über seine komplizierte Beziehung zu dem Lied und betitelte es schließlich als „Hassliebe“. Jetzt hat sich Julian Lennon in einem Interview erneut zu dem Hit geäußert, der mit 7,5 Millionen verkauften Exemplaren als die erfolgreichste Single von The Beatles gilt, bei ihm eben aber auch negative Gefühle auslöst.

„John Lennon: Murder Without A Trial“: Doku über Mord an John Lennon

Nach der Trennung sah er seinen Vater kaum noch

Julian Lennon, der nun selbst Musiker ist, fühlt sich dankbar dafür, dass McCartney den Track für ihn und seine Mutter schrieb, wie er gegenüber „Esquire“ nun erzählt. Auch heute noch empfindet der 60-Jährige den Text als aktuell, weil es in den Lyrics darum gehen würde, das man sich wünscht, das die besungene Person das Leben besser angeht und man ihm die Last von den Schultern nehmen kann. Dennoch verbindet er mit „Hey Jude“ auch negative Momente, wie er im Gespräch offenbart: „Je nachdem, auf welcher Seite des Bettes man aufwacht und wo man das Lied hört, kann es eine gute oder eine leicht frustrierende Sache sein.“

Weiterhin berichtet er, dass Leute, die auf seine Konzerte gingen, ihm gegenüber häufiger „Hey Jude“ zitieren würden. Er meint im Interview, dass sie wohl denken würden, das dies „niedlich“ sei. Doch für ihn würde das Stück eben auch Schmerz bedeuten. „Aber ich glaube nicht, dass sie begreifen, dass hinter dem, was passiert ist, eine Menge Schmerz steckt. Jedes Mal, wenn sie das zitieren, erinnert mich das an die Trennung meiner Mutter von meinem Vater, an die verlorene Liebe und an die Tatsache, dass ich meinen Vater kaum je wiedergesehen habe. Ich habe ihn vielleicht ein paar Mal gesehen, bevor er starb“, so Julian Lennon über seinen Vater, der am 08. Dezember 1980 in New York bei einem Attentat erschossen wurde.

Tatsächlich beschreibt der Brite das Gefühl im Laufe des Gesprächs als „tiefen emotionalen Schmerz“. Für ihn geht es bei der Song-Story nicht um Vergebung, wie er im Interview sagt, sondern darum, dass „es einfach eine Zeit und ein Ort in meinem Leben war, wo Dinge passiert sind.“

Zum 40. Todestag: Paul McCartney, Ringo Starr und Yoko Ono erinnern an John Lennon

Julian Lennons Album ist eng mit „Hey Jude“ verknüpft

Julian Lennons Album, welches am 9. September 2023 erschien, heißt JUDE. Es soll seinen Angaben zufolge von der emotionalen wie musikalischen Findung seiner Selbst im Leben handeln. Wie Lennon im Interview erzählt, ist die Platte eng mit dem Beatles-Track „Hey Jude“ verbunden: „Sei endlich der, der du sein willst, und hör auf, Angst zu haben“, fordert er sich selbst letztlich auf.

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.