Kanye West will christliches TikTok auf den Markt bringen

von

Jesus Tok statt TikTok: Kanye West möchte eine christliche Version der Social-Media-App auf den Markt bringen. Die Idee sei ihm gekommen, als er sich gemeinsam mit seiner Tochter durch TikTok gescrollt hätte. Aber wann sein sogenanntes „Jesus Tok“ unter die Leute gebracht werden soll, ist nicht klar.

Auf Twitter teilte der US-Rapper die Idee mit seiner Community: „Ich hatte eine Vision…Jesus Tok. Ich habe mir TikTok gemeinsam mit meiner Tochter angeschaut und als christlicher Vater war ich von vielen Inhalten verstört, aber ich habe mich total in die Technologie verliebt.“ Er wurde zwar nicht konkreter, welcher Content ihn genau so durcheinander gebracht hat, aber West führt noch weiter aus: „Wir beten, dass wir mit TikTok zusammenarbeiten können, um eine christliche, überwachte Version zu erstellen, die sich für junge Kinder und die Welt sicher anfühlt. In Jesus Namen, Amen.“

Ob es Kanye West tatsächlich ernst ist mit der App, bleibt aber abzuwarten. Zuletzt kündigte Donald Trump an, TikTok in den USA sperren zu lassen, wenn die chinesische Firma ihr Geschäft bis zum 15. September nicht an ein amerikanisches Unternehmen verkaufen würde. Im Juni hatten dem amtierenden US-Präsidenten außerdem tausende TikTok-User*innen einen Streich gespielt und Tickets zu einer Kundgebung in Tulsa reserviert, ohne auf dieser zu erscheinen. Das Ergebnis: Das Stadion blieb so gut wie leer.

Erst am Wochenende trat Kanye West nach einer selbstauferlegten Corona-Pause und seinen anhaltenden Bestrebungen als US-Präsidentschaftskandidat wieder mit seinem „Sunday Service“-Chor auf. Mehrere auf Twitter gepostete Clips zeigen die Gruppe allesamt in roter Kleidung auf der Familien-Ranch des US-Rappers. Die Vorstellung fand ohne Publikum und West zufolge unter Einhaltung sämtlicher COVID-bedingter Sicherheitsvorkehrungen statt.

In den letzten Wochen machte West vor allem mit seinen zahlreichen impulsiven Twitter-Tiraden von sich Reden. Zuletzt setzte er jedoch zur augenscheinlichen Kehrtwende an: So entschuldigte er sich unter anderem bei seiner Frau Kim Kardashian West, nachdem er kurz zuvor herumposaunt hatte, er versuche sich schon seit zwei Jahren von ihr zu trennen und der Horrorfilm „Get Out“ handle eigentlich von ihm. Demnach werde West vom Kardashian-Klan gegen seinen Willen festgehalten und seine Tochter North habe er außerdem ursprünglich abtreiben lassen wollen.

Nach der Entschuldigung teilte er noch das Album-Artwork für seine nächste Platte DONDA. Dieses präsentiert sich ganz sphärisch, bunt und lässt viel Raum für Interpretation. Das Album sollte eigentlich schon am 24. Juli 2020 erscheinen. Doch aus unerfindlichen Gründen blieb es an dem Tag dann doch still um den Musiker. Wann das neue Album nun das Licht der Welt erblicken wird, bleibt unklar.

Dass Kanye West unter einer bipolaren Störung leidet, ist längst kein Geheimnis mehr: So enthält das Cover seines im Jahr 2018 erschienenen Albums YE etwa den Satz „I hate being Bi-Polar it’s awesome“ (deutsch: Ich hasse es, bipolar zu sein, es ist fantastisch“) und in einem Song auf der Platte bezeichnete er die psychische Erkrankung als seine „superpower“. In einem Interview mit Late-Night-Show-Host Jimmy Kimmel aus demselben Jahr sprach West zudem ganz offen über seine Bipolarität und meinte: „Ich denke, es ist wichtig, dass wir Gespräche über psychische Gesundheit führen.“


Momoland veröffentlicht Remix zu „Wrap Me In Plastic“ mit Chromance
Weiterlesen

3 Monate MUSIKEXPRESS nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €