Republikaner helfen Kanye Wests Präsidentschaftswahlkampf: Was hat das zu bedeuten?

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Der Wahlkampf von Kanye West war bisher alles andere als geradlinig. Jetzt gibt es neue Infos zu seiner Kandidatur, die auch wieder neue Fragen aufwerfen. Berichten der New York Times zufolge arbeiten aktuell Republikaner*innen aus mindestens einem halben Dutzend Staaten daran, Kanye West bei ihren Wähler*innen beliebt zu machen. Und mindestens drei dieser Schlüsselfiguren der Republikaner*innen haben direkte Verbindungen zu Donald Trump und seiner eigener Wahlkampagne. Jetzt liegt die Vermutung nahe, dass Trump-Unterstützer*innen mit dem Support von West als parteilosen Gegenkandidaten vor allem den demokratischen Konkurrenten Joe Biden Stimmen abnehmen und schwächen wollen. West wäre dann nur eine Schachfigur des Trump-Lagers.

Folgende Personen werden dabei von der Times genannt:

  • Mark Jacoby, der sich 2008 des Wahlbetrugs schuldig machte und der derzeit eine überparteiliche Gruppe namens „Let the Voters Decide“ leitet. Laut Times sammelt er für West Unterschriften in Ohio, West Virginia und Arkansas.
  • Greg Keller, der einst als Trumps Kampagnenmanager in Betracht gezogen wurde, wird nun als Ansprechpartner für Wests Kampagne in Arkansas aufgeführt.
  • Chuck Wilton, ein aktueller Kongressdelegierter von Trump in Vermont, ist einer von drei Wahlmännern, die Kanye in einer beim Staatssekretär von Vermont kürzlich eingereichten Akte genannt hat.
  • Der Wahl-Anwalt der Republikaner, Lane Ruthland, der derzeit die Trump-Kampagne in einem Fall vor einem Bundesgericht vertritt, wurde kürzlich in Madison, Wisconsin, dabei gesehen, wie er Supporter-Unterschriften für West abgegeben hat.

Kritiker*innen vermuten nun also, dass die Republikaner*innen durch West versuchen, Trumps Hauptkonkurrenten, dem demokratischen Kandidaten Joe Biden, die Wähler*innen zu nehmen. Denn West hat an sich nicht die großen Chancen als Präsidentschaftskandidat, schon allein weil der Rapper erst verspätet zum Wahlkamp-Rennen dazukam und in einigen Bundesstaaten die Wahlfristen verpasste. Dadurch fehlten dem Musiker bislang viele Stimmen. Welche Rolle Kanye West in dieser Sache spielt, ist momentan noch unklar.

Der Rapper hatte nach der Bekanntgabe seiner Kandidatur als nächster Präsident der USA eine Menge von sich Reden gemacht. Erst gab es eine Verpeilo-Rede von ihm, dann den Wunsch Jay-Z als Vize für sich gewinnen zu können und obendrauf noch jede Menge besorgniserregende Tweets.



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