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Netflix ändert für das Drama „Roma“ sein Geschäftsmodell

Von Netflix produzierte Inhalte auf der großen Leinwand? Bisher war das schwer vorstellbar, da der Streaming-Dienst seine Kunden via Abo permanent an den Fernseher oder den Computer binden will. Mit einer kurzen Pressemitteilung sorgt der Streaming-Dienst am Donnerstag nun aber für eine Überraschung und kündigt an, seinen vielleicht meist erwarteten Film auch regulär ins Kino zu bringen.

 

Regisseur Alfonso Cuarón, der seit „Children of Men“ und „Gravitiy“ als Virtuose gefeiert wird, stellt bald seinen neuesten Film „Roma“ bei den Filmfestspielen von Venedig vor, konkurriert dort mit Damien Chazelle und Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“) um den Goldenen Löwen. Bei den Filmfestspielen von Cannes wurden Netflix-Filme zuletzt im Wettbewerb verboten, da der Streaming-Dienst zumindest einen kurzen Kinostart verweigert. Bei „Roma“ wird sich dies nun ändern. Das Drama um eine Familie in Mexico City in den 70ern kommt auf die große Leinwand.

Der Film, der Netflix viele Zuschauer und noch mehr Prestige bringen soll, wird Ende des Jahres erscheinen. Ein genauer Starttermin ist bisher noch nicht bekannt, ebenso wenig die Anzahl der Kinos. Sollte Netflix „Roma“ deutschlandweit und in vielen Sälen ausrollen, birgt dies ein gewisses Risiko für den Konzern. Denn bisher behält Netflix seine Zugriffszahlen in der Mediathek unter Verschluss, Zuschauer-Flops sind nur für das Unternehmen selbst einsehbar. Dadurch kann das Unternehmen seine Hits selbst zu solchen erklären und schlichtweg schweigen, wenn die eigenen Inhalte nicht gut ankommen. Im Kino wird das Prestigeprojekt „Roma“ dann kühlen Zuschauerzahlen gemessen.

Netflix passt sich Amazon an

Mit dem Plan der parallelen Veröffentlichung in Film und Kino ändert Netflix sein Geschäftsmodell. Und passt sich seinem Konkurrenten Amazon Video an. Die von den Amazon Studios produzierten Filme laufen nämlich fast immer zuerst in den weltweiten Kinos, bevor sie später in der Streaming-Mediathek des Unternehmens erscheinen. Ob der Film selbst die Sichtung auf der großen Leinwand wert ist, erfahren wir schon weit vor dem Kinostart: In der ersten Septemberwoche steht die Weltpremiere in Venedig an.


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