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Andreas Spechtl Thinking About Tomorrow And How To Build It

Bureau B/Indigo

von

Stell dir vor, du kriechst im verschneiten Teheran in einem Taxi durch den Verkehr und erfährst, dass in deiner Berliner Wahlheimat ein Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt stattgefunden hat. Zwölf Tote. Verfremdung in der Fremde, und plötzlich: neue Perspektiven.

Walter Benjamin, einer von Berlins wichtigsten Denkern, hat geschrieben, dass man sich erst aus der Distanz selbst erkennt. So ging es auch ­Andreas Spechtl. Einen Winter lang lebte er im Iran, nach einigen Wochen begann er sich und Berlin, Deutschland und Europa klarer zu betrachten.

Die Formel: In der Vergangenheit liegt die Zukunft. Die freien Deutschen lernten den Terror kennen, es ergriff sie eine Angst vor dem, was morgen kommen kann. Die Menschen in Teheran stecken in diversen totalitären Systemen. In dieser Situation wird die Zukunft zur Möglichkeit, die Stimmung positiv.

Unter diesen Eindrücken hat Spechtl seine Tracks konzipiert. Es handelt sich dabei um surrende Electronica-­Stücke, der Puls schlägt langsam, es zirpt. Wenn Spechtl überhaupt singt, dann verhallt. Für „Africa Blvd.“ verwendet er persische Folk-Instrumente, ein Saxofon spielt, das Lied über die pulsierende Straße in Teheran lebt auf.

Der betörende Schlusspunkt, „Hidden Homes“, bedeutet den kompletten Rückzug, die Flucht vor dem Zugriff der Öffentlichkeit. Schon „Dmd Kiu Lidt“ und „Antananarivo“, zwei der größten Songs von Ja, Panik, erzählten vom Abhauen. THINKING ABOUT TOMORROW, AND HOW TO BUILT IT klingt anders, verweilt an einem Ort, führt die Geschichte weiter.

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