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Gorillaz Humanz

Parlophone/Warner

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Foto: Parlophone/Warner

Auf was man sich beim neuen Gorillaz-Album gefasst machen muss, lässt sich leicht anhand der Gästeliste ablesen: Ein Querschnitt der aktuellen amerikanischen HipHop-Landschaft in Form von Vince Staples, Pusha T und Danny Brown; viele Künstler mit Soul- und R’n’B-Wurzeln, von Kali Uchis über Benjamin Clementine bis hin zu Legenden wie Mavis Staples. Und zu guter Letzt einige Ausreißer wie Savages-Sängerin Jehnny Beth und Dancehall-Star Popcaan, die in keine der beiden Schubladen passen.

Auf HUMANZ lädt Damon Albarn sie alle zu einer Party ein, auf der die Probleme, mit der sich die Welt gerade herumplagt, einfach weggetanzt werden. Wer nach der ersten Single, dem Trump-Abgesang „Hallelujah Money“, ein durchweg politisches Album erwartet, wird enttäuscht. Wer jedoch von der merkwürdigen Trägheit ebendieser Single abgeschreckt wurde, darf sich freuen: HUMANZ ist genau die schnelle Pop-Platte geworden, von der Albarn schon vor Monaten gesprochen hat.

Insbesondere die beiden Duette – Danny Brown und Kelela teilen sich den spielerischen Beat von „Submission“, Pusha T und Mavis Staples treffen in „Let Me Out“ aufeinander – zeigen auf, was aus Gorillaz inzwischen geworden ist: Die vier fiktiven Bandmitglieder spielen längst eine untergeordnete Rolle. Vielmehr ist Albarn selbst zum Paten des Projekts geworden, der im Hintergrund die Fäden zieht und sich ab und zu mit seiner weichgefilterten Comic-Stimme aus dem Off meldet. Über weite Strecken funktioniert das prima, nicht so im merkwürdigen Song „Charger“ mit Grace Jones. Oder besser gesagt: ohne Grace Jones, denn bis auf ein paar Adlibs und einige tiefe Atemzüge im Hintergrund überlässt sie das Feld einem uninspirierten Gitarrenriff. So schön sich „Gorillaz feat. Grace Jones“ in der Theorie liest, so enttäuschend ist der Track.

Besser funktioniert dagegen das ambient-lastige „Busted And Blue“, das in zweierlei Hinsicht aus dem Rahmen fällt. Zum einen ist es, abgesehen von Intro und Interludes, der einzige Song auf dem Album, der ohne Gaststar auskommt. Zweitens hört man hier eher dem melancholischen, verletzlichen Damon Albarn zu, der zuletzt vor drei Jahren auf seinem Solodebüt EVERYDAY ROBOTS zu erleben war. Von dieser Ausnahme abgesehen, ist die gute Laune der gemeinsame Nenner der Songs. Dementsprechend endet das Album mit einer positiven Message: „We got the power to be lovin’ each other no matter what happens“, singen Albarn und Jehnny Beth über einen 160-Bpm-Beat. Wer braucht da noch Cartoon-Figuren?

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