Kele 2042


KOLA/!K7/Indigo (VÖ: 8.11.)

Dieses Jahr gab Kele Okereke mit seiner Band Bloc Party im Rahmen der SILENT-ALARM-Tour die Hits von eben jenem 2005er-Album zum Besten, das bei vielen Indie-Fans im Herzen einen Ehrenplatz hat. Party like it’s 2005. Ganz ohne Wohlfühl-Nostalgie kommt hingegen Kele Okerekes viertes Soloalbum 2042 daher: Er geht musikalisch neue Wege – und setzt sich inhaltlich mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander.

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Auf 2042 werden Rassismus, Spiritualität und Politik thematisiert. So handelt „St Kaepernick Wept“ von Polizeigewalt gegen Schwarze. Darin erzählt Kele von einem Protagonisten, der „the wrong thing to the wrong cop“ gesagt hat und erschossen wird. Titelgebend für den Song ist der NFL-Spieler Colin Kaepernick, der 2016 mit seinem Kniefall während der US-amerikanischen Hymne vor Football-Spielen für eine anhaltende politische Debatte sorgte.

Nachdem sich Kele auf dem 2017er-Album FATHERLAND musikalisch für ruhige Folk-Arrangements entschied, setzt er auf 2042 wieder mehr auf Elektronisches, obgleich es nicht mehr die Dancefloor-Beats seiner frühen Soloplatten sind: Musikalisch schwankt das Album zwischen Indie-Pop-Strukturen, elektronischen Klängen und Weltmusik. Hier und da hört man mal Bossanova-Rhythmen („Ceiling Games“), dann das R’n’B-artige „My Business“, das an Timbaland-Produktionen aus den Nullerjahren erinnert. „Cyril’s Blood“ hingegen hat ein Intro, bei dem man zwangsläufig an Kanye West zu YEEZUS-Zeiten denken muss. 2042 ist ein vielseitiges Album, das von den übergeordneten inhaltlichen Themen überzeugend zusammengehalten wird.


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