Pixies Beneath The Eyrie


Infectious/BMG Rights/Warner (VÖ: 13.9.)

Gedankenspiel: Wie könnte der Pixies-Sound 2019 eigentlich „aussehen“? Ein mit bestem Analog-Equipment aufgezeichnetes 80s-Album, das dieses bahnbrechende Rauf und Runter, den wüsten Parcours zwischen Laut und Leise zum retroiden Schatz erklärt? Eine Begehung der historischen Klangorte, von Rick Rubin auf das Wesen der Dinge skelettiert? Eine Art Sonic Anti-Youth? Ein losgelöstes Stück Rock’n’Roll, das sich einen Scheiß um all die Einflüsse und Erwartungen kümmert?

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BENEATH THE EYRIE, der dritte Longplayer der Pixies seit der „Reformation“ 2004, will erst einmal nichts von alldem sein, und das ist gut so. Entstanden ist das Album ein paar Meilen von Woodstock entfernt in einer zum Studio umgebauten Kirche aus dem späten 19. Jahrhundert, Kim-Deal-Nachfolgerin Paz Lenchantin hat ein „fünftes Bandmitglied“ im spukigen „Dreamland“ ausgemacht. Einfach mal loslassen von der Geschichte, sich von den Umständen überraschen lassen.

Wie man hört, soll es richtig gut gelaufen sein dort im aktuellen Gruppenverbund – Black Francis, die beiden Original-Recken Joey Santiago (Gitarre) und David Lovering (Drums) und die gar nicht mal mehr so Neue am Bass. Ach, die Pixies! Haben sie etwa Frieden geschlossen mit sich und den Geistern und sich zu einer ordnungsgemäßen Goth-Band zusammengerauft, die ihr Revier mit Liebe pflügt?

Hier gibt’s eine Geschichte von einem Mädchen, das von einem Monster-Fisch ins Wasser gezogen wird, ihn besiegt und in seiner Haut, tropfenden Blutes aus dem Nass steigt („Catfish Kate“), zwei Songs sind einer tödlich verunglückten Surfer-Freundin gewidmet. „Long Rider“ ist einer davon und eine bis zur Unkenntlichkeit betriebene Amalgamierung aller Pixies-Hymnen auf 3:33 Minuten – und dennoch in Ordnung.

Wenn sie mit „St. Nazaire“ einen Punkrocksong mit durchgetretenen Pedalen fahren, wirkt das dagegen wie eine Pflichtübung. „This Is My Fate“ ist ein Stück Rock-Kabarett mit lustig dahingesteppten kleinen Breaks, „Silver Bullet“, eine dunkle Ballade mit Morricone-Einschlag und Humtata-Beats, „Birds Of Prey“ wäre ein wirklich cooler neuer Pixies-Song, wenn man sich die unappetitlichen Knall-Drums wegdenken könnte. Sturm und Drang der frühen Jahre haben einem (manchmal etwas zu offensichtlichen) Stürmen und Drängen Platz gemacht, aus den Pixies ist eine Pixies-Revival-Band geworden, die lebhaft rekonstruiert und sich Mühe gibt, wie die Pixies zu klingen.

BENEATH THE EYRIE im Stream hören:


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