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Album der Woche

Queens Of The Stone Age Villains


Matador/Beggars/Indigo

von

Zugegeben, der kathedralige Vorgänger … LIKE CLOCKWORK roch ein bisschen nach Led Eagles. An einem der vielen Klaviere saß sogar der späte Elton John! Und auch wenn VILLAINS wieder so wagner­dräuend beginnt, überbringt das bald hereinbrechende Hardrock-Riff von „Feet Don’t Fail Me“ die gute Nachricht: Die Queens klingen auf ihrem siebten Werk wieder kompakter, glamiger, böser als zuletzt.

Kann das tatsächlich an Produzent Mark Ronson (Amy, Bruce & Adele) liegen? Der sorgt auf jeden Fall dafür, dass hier die Reifen quietschen, selbst bei halbschnellen Kurvenfahrten – sprich: Er inszeniert ein unterhaltsames Sound-Spektakel bei dennoch 97-prozentiger Queens-Erkennbarkeit. Da hat es jede Menge funny, crunchy Gitarreneffekte, hier kriegt ein Frauenchor einen Rocky-Horror-Anfall, dort nehmen Bläser und Streicher ein Rocklied in ihre Mitte. Und aus Synthesizern schrillt oder leiert es, als ob sich eine Alien-Landung ankündigen würde.

Der 80s-Schleicher „Hide­away“, sicherlich das ungewöhnlichste Stück der Platte, klingt fast ausproduziert wie die Killers, dafür sieht das innere (feuchte) Auge bei dem großartigen Holterdipolter von „Head Like A Haunted House“ den tausendarmigen Dave Grohl wirbeln (ist er aber nicht). Das Mischungsverhältnis zwischen potzblitzendem Hakenschlagen und mächtigem Dramarock liegt insgesamt bei 50:50. Und haben diese Songs mal kein Mordsriff, dann croont St. Joshua eine dieser Melodien, die selbst ledrigste Rocker zum Heulen kriegen.

Kommen wir noch zum Thema der Platte: „Schurken“. Die große Trump-Abrechnung? Josh sagt No. Es geht ums Feuer, ums Getriebensein und um Liebe und Wahnsinn, so Rockquatsch eben mit sexy-dämlichen Reimen. Fragen wie „Is love mental disease or lucky fever dream?“ sind auf lange Sicht ja hoffentlich auch wichtiger als dieser Wicht.

Queens of the Stone Age – The Evil Has Landed (Audio) auf YouTube ansehen

 


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