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„Solo: A Star Wars Story“: Der neue Trailer ist da und Disney verkauft die Fans für blöd

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Disney hat einen neuen Trailer zum kommenden „Star Wars“–Ableger „Solo: A Star Wars Story“ veröffentlicht. Der Film, der von Anfang an Probleme hatte, kommt nun unter der Regie von Ron Howard am 24. Mai 2018 in die deutschen Kinos. Und auch, wenn in dem kurzen Video nur wenig von der Handlung gezeigt wird, so hat er doch ziemlich viel verraten. Hier sind unsere drei Beobachtungen zum neuen Trailer zu „Solo: A Star Wars Story“:

1. Alden Ehrenreich kann immer noch nicht schauspielern

Nicht nur, dass Disney das ursprüngliche Regie-Duo Phil Lorde und Chris Miller gefeuert hat. Auch Han-Solo-Darsteller Alden Ehrenreich musste noch einmal die Schulbank drücken, denn Disney war von seiner schauspielerischen Leistung ganz und gar nicht beeindruckt und so wurde der 28-Jährige zu Schauspiel-Nachhilfe verdonnert. Doch der neue Trailer zeigt jetzt, dass das offenbar nichts gebracht hat: Seine Mimik wirkt grimassenhaft, außerdem hat er so gut wie keinen Dialog im Trailer, was schon mal ein ganz schlechtes Zeichen ist.

2. Der obligatorische Robo-Sidekick

Die ursprüngliche „Star Wars“-Trilogie hatte C-3PO und R2-D2, zu „The Force Awakens“ und „The Last Jedi“ gesellte sich die kleine Blechkugel BB-8 dazu. In „Rogue One“ gab es einen neuen Roboter-Begleiter namens K-2SO. Und natürlich (!) muss es auch im Han-Solo-Film einen Robo-Sidekick geben. Dieser heißt L3-37 und ist offenbar besonders elitär. Zumindest deutet der Name darauf hin, der ganz klar eine Abweichung von 1337 oder „Leetspeak“ zu sein scheint. Jepp, Disney will „Star Wars“ krampfhaft jung und cool machen. Außerdem muss ja irgendwie auch neues Merchandise verkauft werden. Und es kann auch kein Zufall sein, dass Disney zeitgleich mit dem neuen Trailer auch neues Spielzeug präsentiert hat.

Disney ist der Meinung, dass „Star Wars“ dringend mehr Roboter braucht
Disney ist der Meinung, dass „Star Wars“ dringend mehr Roboter braucht

3. Disney hält „Star Wars“-Fans für dumm

Gegen Ende des Trailers erfahren wir gleich zwei wichtige Dinge: Chewbacca ist 190 Jahre alt und wird am Schluss noch von Disney dazu missbraucht, allen Fans von „Star Wars“ einen Wookiee Bären aufzubinden: Auf einem Zug werden Han und Chewie nämlich von mehreren Verfolgern angegriffen. Chewie rutscht aus, fällt fast vom Zug, aber Han Solo kann seinen pelzigen Freund in letzter Sekunde noch packen und hält ihn fest. Chewie baumelt an der rechten Seite des Zugs herunter und droht, von einem Felsen erschlagen zu werden. Doch bevor es dazu kommt, wird der Trailer schwarz und ist vorbei. Was eigentlich ein Instrument für einen klassischen Cliffhanger ist, wird von Disney als Zeichen dafür genutzt zu demonstrieren, wie viel dem Konzern die „Star Wars“-Fans wert sind: nichts.

Denn natürlich wissen wir alle, dass Chewbacca nicht stirbt, schließlich spielt „Solo: A Star Wars Story“ vor den klassischen „Star Wars“-Filmen. Chewbacca kann also gar nicht sterben, was soll da also dieser „dramatische“ Cliffhanger am Ende des Trailers? Denkt Disney, dass „Star Wars“–Fans dumm sind und nicht wissen, dass Chewie in anderen Filmen auch mitspielt? Oder findet Disney den Film selbst so schlecht, dass sie keine bessere Szene für das Ende des Trailers hatten? Aber egal, die Fans werden schon in Massen ins Kino rennen und haufenweise Geld für Tickets, Merchandise & Co. ausgeben. Und das ist es doch, was am Ende für Disney zu zählen scheint.

Der Rest des Trailers ist eigentlich nicht der Rede wert und deutet auf ziemliche Standard-Kost hin: Cool wirken wollende Einzeiler, Action, CGI-Effekte, Explosionen und ganz viele Hinweise auf andere „Star Wars“-Filme. Disney scheint alle Checkboxen der „Trailer 101“-Liste abgehakt zu haben.

„Solo: A Star Wars Story“ läuft am 24. Mai 2018 in den deutschen Kinos an.

Disney/Lucasfilm Ltd.

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