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Review

„Star Wars: Die letzten Jedi“-Kritik: Planlos im Weltall

2015 kam mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ einer der unterhaltsamsten und zugleich unkreativsten Filme aller Zeiten ins Kino. Disney und Lucasfilm beauftragten Regisseur J.J. Abrams damit, potenziellen neuen Fans die Saga noch einmal komplett von vorn zu erklären, dabei eine neue Generation von Darstellern einzuführen und nicht die Fan-Veteranen der ersten Stunde zu verprellen. Abrams schaffte den Spagat, drehte ein sogenanntes Soft-Reboot des allersten „Star Wars“-Films und machte mit einem Cliffhanger Lust auf mehr. Was ihm auch gelang: Er distanzierte sich mit seinem Stil komplett von der Prequel-Trilogie, die Franchise-Erfinder George Lucas zwischen 1999 und 2005 ins Kino brachte. In der verhassten Origin-Story über Darth Vader standen Spektakel über Handlung, Lichtschwertkämpfe über Emotionen – der Geist von „Star Wars“ war nicht mehr zu finden.

George Lucas wurde dank der Prequels von seinen ehemaligen Fans verlacht, verkaufte seine Firma Lucasfilm samt „Star Wars“ an Disney und wird nun, zum Erscheinen von „Die letzten Jedi“ selbst überrascht sein: Denn der Nachfolger zum Franchise-Neustart „Das Erwachen der Macht“ fühlt sich stellenweise an wie die verhassten Prequels, die einst seinen Ruf als Filmemacher ruiniert haben.

Rian Johnson („Looper“) übernimmt bei „Die letzten Jedi“ die Regie von J.J. Abrams, dieser darf dann wiederum den Trilogie-Abschluss 2019 inszenieren und wird viel reparieren müssen. Vor allem wird er vor der Aufgabe stehen, die Geschichte um die neue Jedi-Generation um Rey (Daisy Ridley) und Kylo Ren (Adam Driver) wieder kompakter zu gestalten. „Die letzten Jedi“ ist nämlich ein teils sehr zerfaserter Film, in dem Haupt- und Nebenhandlung viel zu lange ohne Berühungspunkte erzählt werden, um dann in einem Finale zu kumulieren, das nur wenig Wucht entfalten kann.

Der heilige Ernst verschwindet

Wir erinnern uns: In der letzten Szene von „Das Erwachen der Macht“ hat Rey das Versteck Luke Skywalkers (Mark Hamill) gefunden, reicht dem Jedi sein altes Lichtschwert. Luke sagt kein Wort, Sorge und Ernst stehen in seinem Gesicht geschrieben. Abrams hatte mit viel Geduld einen magischen Moment kreiert, der Fans nun zwei Jahre lang gespannt auf eine Fortsetzung warten ließ. Auftritt Rian Johnson auf dem Regiestuhl: Skywalkers Gesicht sieht plötzlich nicht mehr besorgt aus, er nimmt das Lichtschwert, wirft es achtlos über seine Schulter und lässt Rey fassungslos stehen. Johnson zerstört damit direkt zu Beginn des Films den heiligen Ernst der Jedi, bemüht sich später aber aussichtslos um Seriosität, wenn Rey mit dem Lichtschwert gegen Weltraum-Samurai mit Elektroschwerter- und peitschen kämpfen muss.



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