„Tut uns leid“: Itchy (ohne Poopzkid) entschuldigen sich mit neuer Single für unsere Generation


Die Band Itchy hat in Zusammenarbeit mit Greenpeace an einem neuen Song gearbeitet, der Entschuldigung und Appell in Einem ist. Im dazugehörigen Musikvideo schlüpfen die Band-Mitglieder in die zukünftigen Versionen ihrer selbst. Als solche entschuldigen sie sich schon jetzt für das Fehlverhalten unserer Generation – und wollen aber zugleich zeigen: Wir haben es in der Hand, eine bessere Zukunft entstehen zu lassen.

Am Montag, den 21. September, ist der internationale Tag des Friedens. Und Frieden heißt auch Klimaschutz – so formuliert es die Friedens- und Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Band Itchy, formerly known as Itchy Poopzkid, unterstützt diese Aussage. Mit Gitarre, Schlagzeug und einem Lied, in dem sie sich schon jetzt für das Fehlverhalten ihrer Generation entschuldigt.

Eine Entschuldigung aus der Zukunft für die Zukunft

„Tut uns leid“ heißt die neue Single der Band und der Titel ist Thema. Die drei Musiker benennen Missstände der Gegenwart und auch solche, die in Zukunft abzusehen sind. Weniger, als dass sie diese anprangern, entschuldigen sie sich, dass sie nicht härter dagegen vorgehen beziehungsweise vorgegangen sind. Das Lied spielt nämlich in der Zukunft und ist an die nachfolgende Generation gerichtet. Eine nachträgliche Entschuldigung im Voraus, sozusagen.

Im dazugehörigen Musikvideo treten die Bandmitglieder als ihre drei gealterten alter Egos auf und spielen vor einer Leinwand mit mutmaßlichen Katastrophenszenarien, die leider alle real sind. Das Video soll auf Missstände aufmerksam machen und ist ein dringlicher Appell, endlich aktiv zu werden und nicht weiter die Augen vor dem Leid in der Welt zu verschließen. „Wir alle sollten jetzt handeln, bevor sich die Klimakrise nicht mehr verlangsamen lässt. Den nachfolgenden Generationen wollen wir mehr als eine wertlose Entschuldigung hinterlassen“, sagt Daniel Friedl von Itchy.

Ein Song mit Hoffnung auf Veränderung

Es ist nicht das erste Musikvideo von Itchy, das aufrütteln soll. Im Clip zu „Dancing in the Sun“ aus dem Jahr 2015 haben sie, damals noch als Itchy Poopzkid, grausame, von Menschen gemachte Missstände und Verbrechen angeprangert. Die Band verband damit nach eigenen Aussagen die Hoffnung, die unbekümmerte Spaßgesellschaft und die Vertreter*innen der Politik könnten lernen, sich verändern und irgendwann die bestehenden Missstände überwinden. „Seit ‚Dancing in the Sun‘ hat sich jedoch nicht viel verbessert“, meint Friedl. Der neue Clip sei wieder mit Hoffnung auf Veränderung verbunden. „Damit wir ihn in 50 Jahren nicht noch einmal drehen müssen und dann wirklich so alt aussehen wie im Musikvideo“, so der Sänger.

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Die Band unterstützt das Friedensmanifest von Greenpeace

„Tut uns leid“ entstand in Zusammenarbeit mit Greenpeace. Mit der Single unterstützt die Band das Friedensmanifest der Non-Profit-Organisation. Es soll eine Bewegung für Klimaschutz und gegen Waffenexporte ein. Denn nicht nur direkte Kriege, sondern auch die Klimakrise gefährdet weltweit Frieden und Sicherheit. Die Weltgemeinschaft steht laut Greenpeace an einem Scheideweg: Handelt sie entschlossen, gemeinsam und auf eine Weise, die die Rechte und Notlagen der besonders betroffenen Länder und Menschen des globalen Südens berücksichtigt? Oder verleitet das gegenseitige Misstrauen die Staaten zu Abschottung, Aufrüstung und Militarisierung?

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Einsatz für das Klima und gegen Waffenexporte und Menschenrechtsverletzungen

Im Musikvideo zu „Tut uns leid“ zeichnen Itchy eine dunkle Zukunftsvision und wiederholen den dringenden Appell an unsere Generation, jetzt zu handeln. Bedrohungen der Zukunft und Gegenwart sieht die Band auch in Verbindung mit der gegenwärtigen Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesregierung. Greenpeace-Sprecherin Anna von Gall sagt dazu: „Waffenexporte schaffen weltweit Unsicherheit. Mit Itchy setzen wir uns für den Frieden ein. Wir brauchen eine Regierung, die ein striktes Gesetz gegen Rüstungsexporte umsetzt und sich mit den Problemen dieser Generation beschäftigt, wie Klimawandel und soziale Ungerechtigkeit.“ Greenpeace fordert ein Verbot von Rüstungsexporten in Länder außerhalb der EU, in Konfliktregionen und in Länder, in denen Menschenrechte systematisch verletzt werden

Damit Frieden eine Chance hat, müssten wir uns kollektiv für Klimaschutz, Abrüstung und einen wirtschaftlichen Wandel einsetzen, heißt es auf der Website der Friedens- und Umweltorganisation. Eine friedliche und sichere Welt könne demnach nur Wirklichkeit werden, wenn wir einander mit Liebe, Toleranz, Solidarität und Respekt begegnen und Rassismus, Sexismus und Nationalismus keinen Raum geben.

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Die Pop-Punk-Band Itchy war von 2001 bis 2017 als Itchy Poopzkid unterwegs und veröffentlichte unter dem Namen sechs Alben. Danach folgte mit ALL WE KNOW (2017) und JA ALS OB (2020) zwei weitere Alben.