Wie „Wanda“ den WM-Zuschauern von ARD und ZDF Rätsel aufgibt

Derzeit läuft mit wahnsinnig hohen Quoten die Fußball-Weltmeisterschaft auf den TV-Geräten auf der ganzen Welt. Nur logisch also, dass globale Konzerne ihre Produkte in Werbepausen und natürlich im Stadion anpreisen. Coca Cola, Adidas und Automarken wie KIA sind den Zuschauern bei den Spielen in Russland selbstverständlich bekannt, über eine oft zu sehende Bandenwerbung wundern sich aber Millionen: Wanda.

Die chinesischen Schriftzeichen, die in weißen Buchstaben neben dem Wanda-Schriftzug stehen, lassen es schon vermuten – es geht hier nicht um die österreichische Band gleichen Namens. Wanda (auch Dalian Wanda genannt) ist ein chinesischer Mischkonzern, der genaue Firmensitz ist in Peking. Der Konzern existiert seit 1988, für den Weltfußball wurde er in den vergangenen Jahren immer wichtiger. Wanda hat den von Sepp Blatter gegründeten Sportvermarkter Infront gekauft und ist nun auch Hauptsponsor der FIFA, bis 2030 wurde ein Vertrag abgeschlossen, der Name wird also auch bei den kommenden Turnieren in Katar und den USA zu lesen sein. Ob der Vertrag danach noch verlängert wird, wird sich erst Ende der 2020er zeigen.

Wanda macht das Marketing des DFB

Die Wanda-Gruppe betreut mit der Tochter Wanda Cultural Industry Group verschiedene kulturelle Felder. Einkaufscenter und Themenparks gehört genauso zum Portfolio wie die Mehrheit am Hollywood-Studio „Legendary Entertainment“, das unter anderem „Jurassic World“ produzierte. Der Entertainment-Bereich ist für Wanda ein besonders wichtiger Sektor, in den USA kauften sie 2016 die Kinoketten AMC und Carmike, rund 20 Prozent der US-Kinoleinwände gehören den Chinesen.

In die Vermarktung von Sport und vor allem Fußball greift Wanda mit der Untergruppe „Wanda Sports Holding“ ein. Das Unternehmen ist der Sponsor der Chinese Super League, der ersten Fußball-Liga des Landes und hat dort mit „Dalian Shide“ auch einen eigenen Klub. Dazu gehören Wanda 20 Prozent des spanischen Teams Atletico Madrid (dessen Stadion dementsprechend Wanda Metropolitano heißt) und ein exklusiver Deal mit dem DFB, dem Deutschen Fußball-Bund. Durch den Zukauf von Infront vermarktet die Wanda-Gruppe auch das deutsche Nationalteam. Vielleicht erklärt dies ja Pressekonferenzen, bei denen Journalisten keine Fragen mehr stellen dürfen. So etwas war kurz vor der Weltmeisterschaft nämlich im deutschen Trainingslager zu sehen. Eine interessante Doku zu diesem Deal und den chinesischen Einfluss auf den Fußball hat die ARD derzeit gratis in ihrer Mediathek.

Die Verbindung zwischen großen chinesischen Unternehmen und dem Profifußball sollen laut Beobachtern nicht nur für profite sorgen, sondern auch dem Ziel Chinas dienen, irgendwann die Fußball-Weltmeisterschaft auszutragen. Das Sponsoring der Turniere bis 2030 ist auf jeden Fall ein großer Schritt in diese Richtung.

 


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