Kritik

„Jurassic World 2“-Kritik: Staunen im Angesicht des Todes

Bei all den Remakes oder Soft-Reboots der vergangenen Jahre stach „Jurassic World“ 2015 besonders hervor. Weil der Film selbst die kühnsten Erwartungen des Studios weit übertroffen hat und mit Rekordstart zum vierterfolgreichsten Blockbuster aller Zeiten wurde. Und weil „Jurassic World“ sich selbst mit gelungenem Meta-Humor darüber lustig gemacht hat, dass er nur eine Kopie von Steven Spielbergs Original nach dem Motto „höher, schneller, weiter“ ist. Die Leute wollten das so, heißt es im Film – und damit ist sowohl der größere fiktive Saurier-Park gemeint als auch der Krawallblockbuster, der um diese Idee gestrickt wurde.

Style over Substance

Mit einem ähnlichen Selbstverständnis drehte J.A. Bayona nun die Fortsetzung mit dem grausamen Namen „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (im Original: „Jurassic World: Fallen Kingdom“). Bayona weiß, dass man Dinosaurier sowieso nicht sinnvoll in eine schlüssige Handlung einbetten kann und setzt sofort auf eine Inszenierung, die so klassisch ist wie das Universal-Logo vor Filmbeginn: Style over Substance, im Sommerkino nimmt der Zuschauer auch die Abwesenheit von Physik und Sinn in Kauf.

Ein Vulkanausbruch bedroht die zurückgelassenen Dinos auf der Isla Nublar, die US-Regierung diskutiert nun darüber, ob man die Tiere, die 2015 eine Katastrophe angerichtet haben, retten oder die Natur, also die Lava, die Sache regeln lassen soll. Experten raten, dass die Menschheit ohne Saurier besser dran ist und andersrum. Eine Organisation vom ehemaligen „Jurassic Park“-Mitbegründer Lockwood (James Cromwell) will die verbliebenen Saurier aber trotzdem retten und umsiedeln. Also werden Claire (Bryce Dallas Howard) und Owen (Chris Pratt), die neuen Gesichter des Franchise, angeheuert. Die ehemalige Parkleiterin und der Experte für Velociraptoren sollen bei der Rettung der letzten Dinos helfen.

Überwältigendes Untergangsszenario

Heikle Operation: Einem T-Rex muss Blut abgenommen werden.

Der Titeländerung von „Jurassic Park“ zu „Jurassic World“ folgend, wollen die Autoren und der Regisseur die am Computer erschaffenen Stars der Filme unbedingt von der Insel auf den amerikanischen Kontinent holen. Und es bleibt fraglich, ob dieses Konzept in den zukünftigen Fortsetzungen wirklich aufgehen wird. Im aktuellen Eintrag verschlechtert sich das Entertainment nämlich mit jeder Minute, in der sich die Handlung von der Isla Nublar entfernt.

Universal


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