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Highlight: Kanye West: Seine Pläne für 2020 im Überblick

Meinung

Wieso ich gehofft habe, dass Kanye Wests neues Album schlecht wird

2004 erschien Kanye Wests erstes Album THE COLLEGE DROPOUT. Ich war damals neun Jahre alt und tanzte zu seinen Songs durch das Kinderzimmer meines Bruders. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Meine auch durch West entfachte Begeisterung für HipHop und Rap habe ich in all diesen Jahren nicht verloren. Aber ich bin mittlerweile erwachsen geworden, naja, ein bisschen jedenfalls. Und Kanye? Der ist mittlerweile abgedreht, naja, ein bisschen jedenfalls.

Beim Namen Kanye West scheiden sich die Geister wie bei kaum einem anderen Weltstar: Vielleicht, so glauben und hoffen die einen, ist der Mann das größte Popgenie, das momentan auf Erden weilt. Das uns alle vorführt und gerade das größte Performance-Art-Projekt aller Zeiten durchzieht. Hach, welch beruhigende Erklärung wäre dies für all die verbalen Ausfälle, die Kanye West sich in den vergangenen Jahren so geleistet hat. Klar, Kanye hat einen Knall und macht, was er will, das ist Teil seines künstlerischen Charmes. Aber kann ich guten Gewissens die Musik eines Künstler hören, der Trump unterstützt, Sklaverei verharmlost und offensichtlich einem katholischem Fanatismus verfallen ist?

Vielleicht ist Kanye West aber eben doch verrückt. Und ich meine hier nicht das verrückt, dass Dating-Show-Kandidaten auf RTL2 benutzen, um sich selbst zu beschreiben. Sondern ich meine, dass der Rapper ein ernsthaftes psychisches Problem haben könnte.

„Ich hasse es, bipolar zu sein, es ist phantastisch“

Nachdem Kanye West 2016 LIFE OF PABLO veröffentlichte, erlitt er eine Art Nervenzusammenbruch. Damals scheint bei dem Rapper eine bipolare Störung diagnostiziert worden zu sein.

Auf seinem folgenden Album YE verklärt Kanye die Bipolarität als ästhetisches Prinzip. „Ich hasse es, bipolar zu sein, es ist phantastisch“ – dieser Satz ist auf dem Cover des Albums zu lesen. In einigen Interviews gesteht Kanye West allerdings, dass er manchmal um sich selber fürchte angesichts von Sucht und Wahn. Doch laut eigener Aussagen seien es genau diese psychischen Spannungen, die ihn Kraft und Kreativität schöpfen lassen.



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