Highlight: Diese 9 Rap-Videos sind in die Geschichte eingegangen

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7 Remixe, die besser sind als der Original-Song

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Yeah Yeah Yeahs – Heads Will Roll / A-Trak Remix

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Kurz bevor A-Trak als eine Hälfte des DJ-Duos Duck Sauce mit „Barbra Streisand“ zum Mainstream-One-Hit-Wonder wurde, machte sich der Kanadier mit seiner Version des Yeah-Yeah-Yeah-Songs „Heads Will Roll“ bereits unsterblich – zumindest in Indie-Disco-Kreisen.

Doch schon zuvor war Alain Maklovitch, wie er mit bürgerlichen Namen heißt, eine Größe seiner Zunft: Mit 13 begann er elektronische Musik zu machen, mit 18 war er bereits fünffacher DJ-Weltmeister, mit 22 eröffnete er Shows für Kanye West. Für ihn durfte A-Trak auch unter Beweis stellen, dass er das Remix-Handwerk beherrschte – und zwar an „Stronger“, das er zuvor in seiner Urform bereits mitproduziert hatte. Sein Meisterwerk gelang ihm jedoch mit der Überarbeitung von „Heads Will Roll“: Nicht der Beat ist hier der Star, sondern die prägnanten Synthie-Akkord-Kaskaden, die sich im Original nahezu schüchtern durch die Zwischenzeilen des Songs quetschen. Bei A-Trak sind sie jedoch das Gerüst, um das er die Dynamik des Tracks aufbaut und aufbauscht. So wird „Off With Your Head“ zu einem der wenigen Songs, bei denen man glückstrunkene Typen in der Indie-Disco nicht Luftgitarre, sondern Luftsynthie spielen sieht.

Golf – Zeit zu zweit / Roosevelt Remix

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Das 2016 erschienene Debüt (und bis heute einzige Album) der Kölner Band ist eine wundervolle Pastiche aus Pop, Disco, Funk und allerlei hedonistischem Quatsch. Die große Ausnahme der überwiegend dahin tänzelnden Platte ist „Zeit zu zweit“. Der quälend zähe Abgesang einer unglücklichen Beziehung, der mit einer der wohl tieftraurigsten Zeilen der deutschen Popmusik aufwartet: „Du bist mir egal/bis ich es dir bin.“ Wahrlich ein Song, bei dem wohl nur die wenigsten das Potenzial für einen smoothen und doch pumpenden Dancefloor-Filler sehen.

Auftritt Roosevelt: Der Multiinstrumentalist und Welteroberer (derzeit mit seiner zweiten Platte YOUNG ROMANCE auf Welttour samt ausverkauften Shows in Europa und Südamerika) griff sich den reduziert instrumentalisierten Song seiner Kölner Freunde Golf, legte Synthie-Spur um Synthie-Spur übereinander, gab ihm einen tanzbaren Herzschlag und füllte die vielen Lücken des Songs mit Geplucker und anderen elektronischen Spielereien. Aus der Downtempo-Nummer wurde so eine Synthie-Pop-Disco-Hymne, die Golf übrigens so gut gefällt, dass sie die Band seitdem in der Roosevelt-Version auch live spielt. Ein musikalischer Freundschaftsdienst, der sich also allemal ausgezahlt hat. Wenn wir nur bloß alle so hilfsbereite und kreative Freunde hätten…

Justice vs Simian – We Are Your Friends

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Viele mögen es vergessen oder schlichtweg nicht gewusst haben, aber: Bei „We Are Your Friends“ handelt es sich um einen Remix – auch wenn es die Credits des Tracks nicht augenmerklich offenbaren.

2006 nahm sich das damals noch recht unbekannte französische Elektro-Duo Justice der Single „Never Be Alone“ der zu dieser Zeit bereits getrennten britischen Indie-Rock-Band Simian an. Das Endprodukt, das Xavier de Rosnay und Gaspard Augé als Justice vs Simian unter dem Titel „We Are Your Friends“ präsentierten, hatte mit dem Ausgangssong nicht mehr allzu viel gemein. Einzig Simon Lords prägnante Vocals haben sich in Justices Remix retten können, drumherum bauten die Franzosen jedoch ihren Trademark-Sound auf, der der Welt in den kommenden zehn und mehr Jahre mehrere Dancefloor-Hits einbringen sollte: äußerst tief brummende Synthbässe, flirrende Höhen und dazwischen eine Menge harter Beats und schneller Breaks. Nach „We Are Your Friends“ war es nur schwer an Justice vorbei zu kommen – das musste bald auch Kanye West erfahren. Denn bei den MTV Video Music Awards unterlag er 2006 mit „Touch The Sky“ in der Königskategorie „Best Video“ gegen Justice und „We Are Your Friends“. Da half es auch nicht, dass „Ye“ erzürnt die Bühne enterte, den Franzosen das Mikro entriss und daran erinnerte, dass sein Video eine Million Dollar verschlungen und einen Gastauftritt von Pamela Anderson zu bieten habe.

Florence + The Machine – You’ve Got The Love / The xx Remix

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Ist das noch ein Remix oder bereits ein Cover? Diese Frage stellt sich geradezu natürlich beim Hören des „You’ve Got The Love“-Remixes von The xx aus dem Jahr 2009. Denn die Überarbeitung eröffnet nicht nur mit den Stimmen Oliver Sims und Romy Madley Croft – sie sind es, die den kompletten Song tragen. Nichtsdestotrotz kann man hierbei von einem Remix sprechen, zu sehr brennen The xx „You’ve Got The Love“ in der Version von Florence + The Machine auf die Grundmauern herunter, um sich den Song im Anschluss zu eigen zu machen. Einzig die Harfen und die vereinzelten, abgehackten Stimmsamples von Florence Welch erinnern an das Fundament, auf dem die xx-Version fußt.

Darüber hinaus lässt sich dieser Track auch als die Geburtsstunde von Jamie xx als eigenständigen Beatbastelkopf ansehen: Denn, schaut man ganz genau in die Credits des „You’ve Got The Love“-Remixes, findet man heraus, dass er als Re-Work von Jamie xx vertaggt ist. The xx – und damit seine eigene Band – treten eigentlich nur als Feature-Gast in Erscheinung. Ein nicht uninteressantes Detail, wenn man bedenkt, wie sehr sich Jamie xx über die Jahre nach musikalischer Freiheit abseits von The xx sehnte – und sie 2015 in seinem Solo-Debüt IN COLOUR endlich fand.

Django Django – Default / Tom Furse (The Horrors) Remix

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Dass Remixe Songs nicht immer nur aufputschen, sondern auch entschleunigen können, beweist Tom Furse mit seiner Version der Django-Django-Single „Default“: Wo das Original der vier blassen Kunststudenten aus Edinburgh ein wilder Ritt auf schnittigen Western-Gitarren und nonkonformen Schellenkranzrhythmen ist, gleicht die Bearbeitung des The-Horrors-Multiinstrumentalisten einem schlaftrunkenen Waldspaziergang der ungeplanten Art. Der sich durch den Song schlängelnde Basslauf ist die einzige Komponente, auf die gesetzt werden kann – auch wenn er in seiner auditiven Dynamik stark zu schwenken vermag. Während man dieser roten Linie zu folgen versucht, tauchen immer neue Hindernisse auf dem Weg auf: Wie in der Geisterbahn springen den Hörer Samples aus dem Nichts an, nur um nach kürzester Zeit wieder in die neblige Dunkelheit zu verschwinden.

Tom Furse hat aus dem nervösem Django-Django-Hit eine dunkle Blaupause für seine Hausband The Horrors gezaubert. Plötzlich steht „Default“ den Songs des zweiten Horrors-Album PRIMARY COLOURS näher als, sagen wir, „Hail Bop“. Das Beste, am Remix von Tom Furse: er ist Teil der ohnehin großartigen Remix-Compilation HI DJINX! DJANGO DJANGO REMIXED, die es im Bundle mit dem Debüt der Band, aber auch einzeln zu erwerben gibt.

Beastie Boys – Body Movin’ / Fatboy Slim Remix

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Die Beastie Boys zu remixen, ist kein einfaches Unterfangen. Schließlich spielten MCA, Ad-Rock und Mike D ihre Instrumentals größtenteils live und selbst ein, was ihren Track einen bis heute im HipHop unübertroffenen organischen Klang einflößte. Doch wenn sich jemand an diese Aufgabe trauen kann, dann wohl Fatboy Slim: Norman Cook, wie der Musiker mit bürgerlichen Namen heißt, ist wohl einer der berühmtesten und erfolgreichsten DJs und Beatbastler unserer Zeit und hat mit Tracks wie „The Rockafeller Skank“ und „Right Here, Right Now“ den Sound der späten 1990er-Jahre wie kaum ein anderer geprägt. Auch Beastie Boys‘ „Body Movin‘“ schlüpfte durch seinen Remix ins typische Fatboy-Slim-Big-Beat-Outfit: Prägnante, jazzige Drums, Schellenkränze und wie ein Flummi durch den Raum hüpfende Synthie-Figuren kleideten die HELLO-NASTY-Single nach dem Rework aus. Dass Fatboy Slim trotz seines Erfolgs vor allem ein Musiknerd geblieben ist, zeigt auch, dass er mit fast schon chirurgischer Präzision ein The-Byrds-Sample im Remix von „Body Movin‘“ unterbrachte.

Den Beastie Boys gefiel das Endprodukt so gut, dass sie sich sogleich dazu entschieden, Fatboy Slims Remix für das Musikvideo des Tracks zu nutzen.

Kanye West – Diamonds From Sierra Leone (feat. Jay-Z) / Kanye West Remix

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Was wurden die Augen verdreht, als Kanye West sein siebtes Studioalbum THE LIFE OF PABLO nicht in Frieden ruhen lassen konnte und immer wieder neue, überarbeitete Versionen veröffentlichte. Dabei war „Ye“ natürlich schon lange zuvor ein unverbesserlicher Perfektionist, dem in der Manier eines Stanley Kubricks die noch so marginalsten Details nachts den Schlaf raubten.

Bester Beweis dafür: „Diamonds From Sierra Leone“, die Leadsingle seines zweites Albums LATE REGISTRATION. Nachdem sich der Rapper und Produzent tiefergehend mit der Kinder- und Zwangsarbeit in westafrikanischen Diamantenminen beschäftigt hatte, ging er zurück ins Studio, schrieb den Song um, lud Jay-Z ein, nahm seinen Feature-Beitrag ein, remixte seinen eigenen Song und brachte die neu entstandene Version von „Diamonds From Sierra Leone“ auf dem kurz danach erscheinenden LATE REGISTRATION unter. Die originale Version des Songs landete schließlich nur noch als Bonus-Track auf dem Album. Kanye West hatte damit nicht nur endgültig das Zeitalter des fluiden Tracks eingeläutet, das er mit THE LIFE OF PABLO zelebrieren sollte, sondern auch noch bewiesen, dass man sich die Tausenden, wenn nicht sogar Millionen von Dollar, die Plattenlabel Jahr um Jahr für Remix-Anfertigungen an externe Künstler zahlen, sparen kann. Denn: Wer, wenn nicht „Yeezus“ selbst sollte wissen, wie man seine Tracks anständig und perfekt zu remixen hat?



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