Bushido und die Ghostwriting-Vorwürfe: 12 Namen gegen einen Ruf
Hat Bushido seine größten Hits nie selbst geschrieben? Mr. Rap nennt 12 Namen – und die Aussagen von Ali Bumaye und Bass Sultan Hengzt heizen die Debatte an.
Bushido und die Ghostwriting-Vorwürfe – Anschuldigungen, die sich durch seine gesamte zwanzigjährige Rap-Karriere ziehen. Jetzt widmet sich Mr. Rap diesen Vorwürfen in einem Video für „Deutschrap ideal“. Etliche bekannte Namen aus der Deutschrap-Szene stellten sich über die Jahre gegen Bushido und sagten: Angeblich seien selbst seine größten Hits nicht selbst geschrieben, und Ghostwriter machten sich darüber lustig, dass er alles einfach nachrappe, ohne es zu überprüfen. Doch warum ist Ghostwriting überhaupt so verpönt? Und was ist überhaupt dran an den Gerüchten?
Dass sich Künstler:innen von anderen Texte für ihre Songs schreiben lassen, ist durchaus üblich. Betrachtet man heute die Feature-Liste großer Künstler:innen, fällt auf, dass teils über sieben Songwriting-Credits keine Seltenheit sind. In Songwriting-Camps werden eigens Texter:innen geladen, um Lyrics für bestimmte Stars zu schreiben. Im Rap wird das jedoch oft anders bewertet. Die Szene lebt von der Straße, vom erlebten Leid. Ein Rapper im klassischen Sinne schreibt selbst über seine harte Herkunftsgeschichte. Drogen, Waffengewalt und Zero-to-Hero-Storys wirken eben weniger glaubwürdig, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Hier kommt das Ghostwriting ins Spiel – also das Schreiben von Texten, ohne in den Credits genannt zu werden. Es wird damit vertuscht, dass Texte von anderen stammen. Genau diesen Vorwürfen sieht sich Bushido schon seine gesamte Rap-Karriere über ausgesetzt.
Bekannte Namen, schwere Vorwürfe
Mr. Rap machte über die Jahre insgesamt zwölf Personen ausfindig, die angeblich Texte für Bushido geschrieben haben sollen. Darunter bekannte Namen wie Eko Fresh, Kay One, Mo Trip und Shindy. Diese Vorwürfe stammen teils aus Disstracks, teils aus verschiedenen Interviews. So rappte Eko Fresh in „Para Para“ 2026: „Ich schrieb Bushido seine Goldlieder.“
Auch Kay One verwies im Song „Tag des jüngsten Gerichts“ auf Ekos Beteiligung an den erfolgreichen Songs: „bedankt euch bei Eko für den Sonnenbank Flavour“ – eine Referenz auf Bushidos gleichnamigen Song, der 2006 erschien. Auch Kay One selbst soll reichlich getextet haben: „Und es war kein Problem, als du fragtest, ob ich dir paar Tracks schreib, weil du zum am Arsch bist“ – Prince Kay One in „Nichts als die Wahrheit“ (2013).
Bushidos Reaktion und die Eskalation
Nachdem sich Bushido lange nicht dazu geäußert hatte, räumte er nun in mehreren Interviews ein, dass Kay One beim Schreiben geholfen habe. In einem „Backspin“-Interview beschrieb er, dass es ab einem gewissen Punkt die Luft „dünner“ werde, und führte fort: „worüber soll ich rappen.“
2026 dann: Ali Bumaye gab in einem Stream mit Fler und Bass Sultan Hengzt an, dass Shindy für Bushido die Texte nicht nur geschrieben, sondern angeblich auch eingerappt haben soll. Zudem schilderte Bass Sultan Hengzt, Ghostwriter würden sich angeblich einen Spaß daraus machen, dass Bushido die Texte übernehme, ohne sie zu hinterfragen. Das würde immerhin die Zeile „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei, komm auf Tour vorbei“ in „Kurt Cobain“ von Bushido – oder eben nicht – erklären.
Neben Eko Fresh, Kay One, Mo Trip und Shindy sollen auch Sektion, Animus, Joker, Lars, Baba Saad, Greckoe, Aras, Sentino und Samra für Bushido getextet haben. Eine Liste von zwölf Namen – alle als Gerücht gehandelt, wenn auch als starkes.



