Spenden gegen Polizeigewalt & Rassismus: Wer schon geholfen hat und wie Ihr unterstützen könnt

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Was kann man tun, um Polizeigewalt zu verhindern und den grassierenden Rassismus für alle sichtbar zu machen? Diese Frage sollte aktuell sich jede*r stellen. Zum einen kann man für den guten Zweck spenden. Wir haben für Euch zusammengetragen, wer bisher Geld gespendet hat und was Ihr tun könnt.

Die hochgelobte Comedy-Serie „Brooklyn Nine-Nine“ über den Alltag von Polizei-Beamt*innen in dem fiktiven 99. Revier des NYPD in Brooklyn geriet nach dem tragischen Tod von George Floyd in die Kritik. Es hieß, sie würden Polizeigewalt gegen Afroamerikaner*innen verharmlosen bzw. gar nicht erst zu thematisieren. Jetzt hat die komplette Serien-Besetzung inklusive der Schöpfer Stellung bezogen und insgesamt 100.000 Dollar an den „National Bail Fund“ gespendet. „Die Darsteller und Showrunner von ‚Brooklyn 99‘ verurteilen den Mord an George Floyd und unterstützen die vielen Menschen, die auf nationaler Ebene gegen Polizeibrutalität protestieren“, teilte die Gruppe in den sozialen Medien am Dienstag, den 2. Juni 2020 mit. „Gemeinsam haben wir eine Spende von 100.000 Dollar an das National Bail Fund Network geleistet.“ Eine gute Sache, denn „Bail Funds“ zielen darauf ab, Geld für Kautionen zu sammeln, damit unschuldig Inhaftierte oder verhaftete Aktivist*innen bis zu ihrer Verhandlung aus dem Gefängnis entlassen werden können. Die Gelder gehen vor allem an die Verhafteten, die sich eine Kaution nicht leisten können.

 

Auch die Musikplattform Bandcamp hat angekündigt, dass sie 100 Prozent ihrer am 19. Juni erzielten Gewinne an den Rechtsschutzfonds der NAACP („National Association for the Advancement of Colored People“) spenden wird. Dabei handelt es sich um eine Organisation, die mithilfe von Gerichtsverfahren, Rechtsbeistand und öffentlicher Aufklärung für Rassengerechtigkeit kämpft. Darüber hinaus hat das Portal bekanntgegeben, dass jedes Jahr weitere 30.000 Dollar an Organisationen gespendet werden sollen, die für die Bekämpfung von Rassismus eingesetzt werden können. In einem Beitrag auf der Website von Bandcamp schreibt der Co-Gründer Ethan Diamond: „Wir stehen an der Seite all jener, die zu Recht Gerechtigkeit, Gleichheit und Veränderung fordern und allen dunkelhäutigen Menschen überall auf der Welt, die jeden Tag mit Rassismus leben, einschließlich vieler unserer Mitarbeiter, Künstler und Fans in der Bandcamp-Gemeinschaft.“

In Solidarität mit der „Black Lives Matter“-Bewegung hat der „Star Wars: Der Aufstieg der Jedi“-Regisseur J.J. Abrams angekündigt, über einen Zeitraum von fünf Jahren verschiedenen Organisationen, die Rassismus in Amerika bekämpfen, insgesamt 10 Millionen US-Dollar an Spendengeldern zukommen zu lassen. Die gigantische Spende soll über Abrams Filmproduktions-Firma „Bad Robot“ sowie über die „Katie McGrath and JJ Abrams Family Foundation“ abgewickelt werden. Als Anfangsinvestition sieht Abrams vor, jeweils 200.000 US-Dollar an die Organisationen „Black Lives Matter LA“, „Black Futures Lab“, „Community Coalition“, „Equal Justice Initiative“ und „Know Your Rights Camp“ zu überweisen. „Genug ist genug“, heißt es auf dem Instagram-Kanal von „Bad Robot“. „Genug Polizeibrutalität. Genug übergroße Privilegien. Genug höfliche Konversation. Genug ‚white comfort‘.“

We at Bad Robot are grateful to the many scholars, activists, organizers and leaders fighting on the frontlines of change in our systemically unjust country. #blacklivesmatter
To learn more about each organization go to link in bio.

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Ihr möchtet Euch auch engagieren und Spendengelder einer Organisation zur Bekämpfung von Rassismus zukommen lassen? Mit diesen Aktionen könnt Ihr helfen:

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei RollingStone.de:

Es gibt viele Wege, friedliche (!) Demonstrierende und Communities zu unterstützen, die am meisten von Polizeigewalt betroffen sind. Am Wochenende wurden in den sozialen Medien zahlreiche „Bail-Funds“ geteilt. Diese Organisationen stellen Kautionen, zum Beispiel für verhaftete Aktivisten, die selbst nicht genug Geld dafür haben. So können verhaftete Demonstrantierende bis zu ihrer Verhandlung wieder aus dem Gefängnis entlassen werden.

Eine Liste solcher Institutionen hat zum Beispiel „ActBlue“ aufgestellt. Besonders ist hier die Möglichkeit, eigene Spenden ganz automatisch an bis zu 37 „Bail Funds“ in ganz Amerika aufzuteilen. ActBlue ist eine gemeinnützige Technologieorganisation und ermöglicht es Demokraten oder gemeinnützigen Organisationen, Geld im Internet zu sammeln, indem sie ihnen passende Software zur Verfügung stellt.

Auch wenn man lieber langfristige Projekte unterstützen möchte, deren Ziele sich eher auf die Zeit nach den Protesten auswirken, kann man spenden. Eine gute Möglichkeit dazu sind beispielsweise „Bed-Stuy Strong“ oder „NYC Black Mutual Aid““. Beide Organisationen setzen sich für benachteiligte Communities ein – die neben Diskriminierung und Rassismus auch von der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind.

Weitere Organisationen, die amerikaweit gegen Polizeigewalt kämpfen:

LGBTQ Fund: Ein „Bail Fund“, der inhaftierten Mitgliedern der LGBTQ-Community hilft.

Die Mission:Jeden Tag, werden zehntausende LGBTQ-Menschen ins Gefängnis gesperrt, weil sie keine Kaution stellen können – nur wegen ihres Immigrations-Status oder anderen Vergehen wie „Schlafens in der Öffentlichkeit“. Mit Ihrer Hilfe können wir ihre Kaution stellen und so für ihre Freilassung und Sicherheit sorgen.“

Campaign Zero: Eine Organisation, die mit auf Wissenschaft basierenden politischen Lösungen für ein Ende der Polizei-Brutalität in Amerika sorgen will.

Die Mission:Über 1.000 Menschen werden jedes Jahr in Amerika von der Polizei getötet. Wir erreichen die Gesetzgeber auf allen Ebenen, um ihnen Lösungen vorzuschlagen, die auf Daten beruhen. So wollen wir diese Gewalt beenden und die Polizei zur Verantwortung ziehen.“

Unicorn Riot: Ein gemeinnütziges Medien-Kollektiv, dass die Wurzeln von sozialen, ökonomischen oder umwelttechnischen Problemen aufzeigen will.

Die Mission:Unsere Arbeit widmet sich den Problemen unseres Landes, die wir durch Geschichten und auch das Zeigen von nachhaltigen Lösungen aufzeigen wollen.“


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