Lana Del Rey: „Der Trump-Wahnsinn musste passieren“

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Jetzt ist es endlich offiziell: Lana Del Reys siebtes Studioalbum CHEMTRAILS OVER THE COUNTRY CLUB wird voraussichtlich am 19. März 2021 erscheinen. Den gleichnamigen Titelsong inklusive Musikvideo teilte die Sängerin am Montag, den 11. Januar – und das Cover sowie die Tracklist direkt dazu. Um ihre neue Veröffentlichung noch weiter zu promoten, hat sich die 34-jährige Sängerin zum Interview mit Annie Mac von dem Radiosender „BBC Radio 1“ getroffen. In dem Gespräch teilt sie Mac unter anderem ihre Meinung zu dem amtierenden Präsidenten Donald Trump, den Aufständen beim bzw. im Kapitol sowie der Coronavirus-Pandemie mit.

In Bezug auf die Pandemie sagte sie zu der Interviewerin, dass das Virus einige traurige Realitäten aufgezeigt hätte, die in den USA schon lange unbewusst existierten: „Ich war nicht überrascht, dass die zweite Epidemie, die aus der Pandemie hervorging, häusliche Gewalt und allgemeine Verstörung war…“, so die Sängerin. „Die Zahl der Notrufe stieg in jedem Bundesstaat um 350%. Die Leute müssen sich selbst anschauen und mit sich selbst leben, wahrscheinlich nur mithilfe des Fernsehens, um damit umgehen zu können.“ Über ihren eigenen Umgang mit der Pandemie fügte Del Rey hinzu: „Ich bin dem Prozess in Sachen Bewältigung weit voraus, denn ich habe einiges zu tun. Ich bin auf eine Pandemie vorbereitet, weil ich verrückt bin. Ich habe einen Schutzraum, ich nehme die richtigen Medikamente, ich habe meine Freundinnen, die das total verstehen. Ich bin realistisch.“

Dass es Donald Trump zum Präsidenten geschafft hat, wundere die Sängerin indes nicht besonders. So erzählte sie, sie sei „überrascht, dass wir nicht schon vor langer Zeit einen live im Fernsehen übertragenen Psychopathen als Präsidenten hatten, denn das ist es, was wir im Fernsehen sehen und das ist es, was wir auf Instagram sehen.“ Trumps Präsidentschaft bezeichnete Del Rey vor allem als einen „großen Weckruf“: „Der Wahnsinn von Trump… So schlimm es auch war, es musste wirklich passieren. Wir brauchten wirklich eine Reflexion über das größte Problem unserer Welt, das nicht der Klimawandel ist, sondern Soziopathie und Narzissmus. Besonders in Amerika. Das wird die Welt umbringen. Es ist nicht der Kapitalismus, es ist der Narzissmus.“

Die Aufstände beim bzw. im Kapitol in Washington D.C. bezeichnete Lana Del Rey in dem Gespräch außerdem als eine „dissoziierte Wut“ der unzufriedenen Bürger*innen des Landes. So sagte sie: „Die Hälfte der Leute, die ich kenne, sind einfach nur Idioten. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sagen: ‚Wir brauchen eine Veränderung.‘ Und die andere Hälfte der Leute, die ich kenne, sieht ihnen mit Tränen in den Augen zu, ungläubig. Und es ist traurig, es ist beängstigend. Aber es könnte in jedem Land passieren.“ Sie fügte hinzu: „Wir wussten nicht, dass die Hälfte des Landes das Kapitol in die Luft jagen will. Wir wussten das nicht wirklich, weil wir es nie zu sehen bekamen. Ich denke, das gab uns die Möglichkeit zu sehen, wie es um unsere geistige Gesundheit bestellt ist. Und auch zu sehen, wo unser Niveau an dissoziierter Wut ist.“

 

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