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Method Man über den Reichtum junger Rapper: „Wo haben die all dieses Geld her?“

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Einige noch junge Rap-Karrieren laufen sehr erfolgreich. Vielleicht zu erfolgreich? Wu-Tang-Clan-Mitglied Method Man fragt sich zumindest wo das ganze Geld, der Schmuck, die Autos und die Privatjets junger Artists eigentlich herkommen. Zusammen mit dem Rapper Math Hoffa sucht er in einem Gespräch nach Antworten.

Woher kommt der Luxus?

Bescheidenheit findet man in der amerikanischen HipHop-Szene eher selten. Sobald eine erfolgreiche Rap-Karriere Geld abwirft, wird in den meisten Fällen mit diversen Luxusgütern geprahlt: teure Uhren, mehrere Autos, Schmuck und regelmäßige Reisen im Privatjet. Bei Rap-Crews wie Migos oder Solo-Künstlern wie 6ix9ine und Lil Pump scheint Geld nahezu im Garten zu wachsen. Der wohl absurdeste Fall einer Investition in Millionenhöhe war ein 11-Karat-Diamant (24 Millionen Dollar), den sich der Rapper Lil Uzi Vert in die Stirn implantieren ließ.

Rap-Legende Method Man zweifelt daran, dass bei den Geldanhäufungen junger Künstler*innen alles mit rechten Dingen zugeht. In einem Videoclip, der aktuell die Runde macht, spricht er über den Reichtum der neuen HipHop-Generation und intransparente Geldströme. Er eröffnet das Thema mit den Worten:

„Wir befinden uns gerade in einer Ära, in der diese Kinder mehr Geld haben als … Ich kann mir das nicht vorstellen! Ich habe nicht einmal ein Auto. Die Typen haben vier oder fünf! […] Ich fliege noch immer nicht mit Privatjets obwohl ich das verdient hätte. Wo haben die das ganze Geld her? Ich will das wissen. Haben die mit irgendjemand einen Deal abgeschlossen?“

Intransparente Geldströme im HipHop

Math Hoffa versucht während des Gesprächs ein paar Erklärungsversuche zu liefern. So argumentiert er beispielsweise, dass die von Method Man angesprochenen Privatjets gemietet und nicht gekauft werden. Dieser entgegnet ihm: „Ich habe nicht gesagt, dass sie die Jets kaufen. Sie bezahlen für den Flug. Aber sie tun es die ganze Zeit […] Wir reden hier von 30.000 bis 50.000 Dollar pro Trip. Woher bekommen sie dieses verdammte Geld her und wie können sie alle Hypotheken bezahlen? Und sie tun das sogar während Corona. Migos zahlen bestimmt 100.000 pro Jet.“ Auch das Argument, dass es heutzutage mehr Einnahmemöglichkeiten durch Musik-Streaming, Shows und Rap-Features gäbe, lässt der Rapper nicht gelten und betont die Intransparenz dieser Einkünfte.

„Ich weiß bei jedem Penny, den ich bekomme, wo er herkam. Ich weiß genau, welcher Prozess durchlaufen werden musste, um das Geld zu bekommen und ich lebe immer noch nicht wie ein Rockefeller. Ich sage nicht, dass ich das nie könnte, aber ich tue es nicht. Wo habt ihr eure Ressourcen her?“

Bis Method Man Antworten auf seine Fragen bekommt, wird er erst mal mit seinem langjährigen Rap-Partner Redman in den Ring steigen. Im Rahmen des Online-Battle-Formats „Verzuz“ von Swizz Beatz und Timbaland, werden sich Method Man und Redman am 20. April die Ehre geben.


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