Nach 007-Aus von Danny Boyle: Diese Regisseure sollten Bond 25 drehen

Nach dem bisher letzten 007-Film „Spectre“ geriet das James-Bond-Franchise gehörig in Schieflage. Der Film kam bei weitem nicht an den Erfolg des Vorgängers „Skyfall“ heran, die Verknüpfung aller bisherigen Craig-Filme und der für die Reihe gänzlich neue Remake-Ansatz kumulierten in einem grauenhaften Auftritt von Christoph Waltz als Ernst Stavro Blofeld. Dazu sah man Bond-Darsteller Daniel Craig an, dass er sich selbst nicht wirklich mit dem Film identifizieren konnte.

Beim anstehenden 25. Film der Reihe soll nun eine Kurskorrektur her. Daniel Craig wurde noch einmal mit Geld zugeschüttet und hat seinen Vertrag als 007 verlängert, mit Danny Boyle wurde zuletzt ein Regisseur verpflichtet, der in der Vergangenheit Großes im Kino geleistet hat. Doch jetzt, wenige Monate vor dem Drehbeginn, ist Boyle wieder raus. Kreative Differenzen mit den Produzenten und Craig selbst sollen der Grund dafür sein. Wahrscheinlich wollte der Regisseur von „Trainspotting“ und „Slumdog Millionär“ zu sehr seine eigene Note in das Franchise einbringen, bei dem immer auch viel am runden Tisch und nach Marktforschung entschieden wird.

Es wird Zeit für eine Frau auf dem Regiestuhl

Doch wer soll die Nachfolge von Danny Boyle übernehmen? Aktuell ist David Mackenzie im Gespräch, der zuletzt für „Hell or High Water“ für einen Oscar nominiert war und nach der Promo zu seinem kommenden Netflix-Film „Outlaw King“ auch Zeit für die Dreharbeiten hätte. Ob diese noch rechtzeitig starten, ist noch nicht ganz sicher und hängt davon ab, wie schnell ein neuer Regisseur gefunden wird. Am Kinostart für den 8. November 2019 wurde bisher noch nicht gerüttelt.

Falls die Produzenten bisher ohne zündende Idee dastehen und schnell jemanden für den Regiestuhl brauchen, bieten wir gern unsere Hilfe an und präsentieren hier eine Auswahl von passenden Filmemachern und Filmemacherinnen:

Martin Campbell

Martin Campbell

Martin Campbell hat seine Karriere ein wenig gegen die Wand gefahren, weil er mit „Green Lantern“ einen besonders fiesen Superheldenfilm abgeliefert hat. Zuvor hat er aber bereits zwei Mal das 007-Franchise wiederbelebt. Mit „Golden Eye“ präsentierte er der Welt Pierce Brosnan als neuen Bond, mit „Casino Royale“ etablierte er 2006 Daniel Craig und drehte den in vielen Augen allerbesten Titel der Reihe. Campbell weiß, wie man mit der Figur umgeht. Er könnte das Franchise wieder in die richtige Richtung lenken ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Alfonso Cuarón

Alfonso Cuaron hat Oscars und immer mal wieder Lust auf Action.

Jeder Film von Cuarón ist gut. „Children of Men“ und „Gravity“ waren außergewöhnliche Einzelstücke, mit „Roma“ bringt er bald ein Drama zu Netflix und zugleich in die Kinos. Allerdings hat sich Cuarón auch schon einmal einem Franchise gewidmet und mit „Der Gefangene von Askaban“ den interessantesten und cleversten Film der „Harry Potter“-Reihe abgeliefert. Cuarón kann Franchise, kann Action, kann gebrochene Helden und großes Kino.

Patty Jenkins

Patty Jenkins

Vielleicht sind wir da Hardliner, aber die neuerliche Diskussion um eine Frau als Craig-Nachfolger finden wir ziemlich daneben. Gillian Anderson hat sich via Schrei nach Aufmerksamkeit selbst ins Spiel gebracht, andere Leute sprechen von Emily Blunt als Lady-Bond. Stellen wir uns schwierig vor, allerdings wäre eine Frau auf dem Regiestuhl eine bessere Idee. Patty Jenkins hat zum Beispiel erst den feinfühligen „Monster“ gedreht und zuletzt mit „Wonder Woman“ einen der stärksten Blockbuster des Jahres 2017. Kaum vorstellbar, was sie mit einer gebrochenen und zugleich harten Figur wie Bond anstellen könnte.

Tom Ford

Könnte auch selbst Bond spielen: Tom Ford.

Tom Ford hat in „Spectre“ immerhin die Anzüge für James Bond ausgesucht. Aber der Modemacher ist bekanntlich auch längst unter die Regisseur gegangen, mit „Nocturnal Animals“ lieferte er 2016 einen der packendsten Thriller ab. Schöne Menschen in perfekt geschnittener Kleidung zerstörten darin gegenseitig ihre Leben, Spannung und etwas Action kamen ebenfalls nicht zu kurz. Mit etwas Hilfe bei den großen Setpieces dürfte Tom Ford in der Lage sein, den edelsten Bond aller Zeiten abzuliefern.

Kathryn Bigelow

Bigelow gewann den Oscar für „The Hurt Locker“.

Eigentlich sehr naheliegend, dass Bigelow mit Leichtigkeit einen Bond inszenieren könnte. Nicht nur hat sie „The Hurt Locker“ Action- sowie mit „Zero Dark Thirty“ Spionageerfahrung. Auch schafft sie es besonders gut, gesellschaftliche und politische Themen in atemberaubendes Kino zu verpacken. Sie würde definitiv den richtigen Mix aus bekannter Bond-Action und dem Realitätsbezug der Reihe finden. Zuletzt drehte sie den im positiven Sinn kaum zu ertragenden „Detroit“.

Daniel Craig

Daniel Craig wird noch einmal Bond spielen.

Der 007-Darsteller hat zwar noch nie Regie geführt, beschwert sich aber gern über die Produktion und hat beim Dreh zu „Skyfall“ durch einen eitlen Wunsch nach Handschuhen einen Millionenschaden angerichtet. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass auch Daniel Craig ausdrücklich bei den „kreativen Differenzen“ mit Danny Boyle genannt wurde, dann möchte man ihm einfach nur noch eines zurufen: „Dann mach es eben selbst, Alter!“

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