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Kylie Minogue Golden


BMG Rights/Warner 

Kylie Minogue spielt jetzt im „Berghain“. An jenem Ort also, an dem sich jedes Wochenende die Partyelite zu House Music ins Nirvana kokst, hat die Australierin ihr neues Album GOLDEN vorgestellt. Weil Minogue ein Darling der queeren Szene und das „Berghain“ eigentlich ein Schwulenclub ist, ergibt das zwar irgendwie Sinn, ist aber doch bemerkenswert, weil ihr 14., in Nashville aufgenommenes Album doch ihre Country-Platte sein soll. Country!

Anders als bei der jüngst zum Südstaaten-Sound konvertierten Lady Gaga kommt Nashville bei Minogue nur als Zitat vor – denn im Grunde ist GOLDEN ein ganz liebenswert altbackenes Pop-Album mit Charts-Standards wie „Dancing“ (inkl. glorios-trashigem Line-Dance-Video) oder „Raining Glitter“. Wenn „A Lifetime To Repair“ mit Banjo-Gegniedel beginnt und schließlich zum Pop-Stampfer ausufert, darf man sich zwar schon fragen, wie trennscharf die Grenze zum ESC-Trash ist (oder auch einfach: was der Quatsch soll).

Weil aber Minogue ihren Countrypop-Stiefel so gut gelaunt und augenzwinkernd durchzieht, kann man sicher nicht von einem großen Album, wohl aber von einem großen Spaß sprechen. Mit GOLDEN kürt sich Minogue nicht zur neuen Queen of Pop – aber immerhin zur Queen of Camp.


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