Overcoats Young


Arts & Crafts/Rough Trade

von

Die Welt braucht mehr „Womance“, war zum Internationalen Frauentag am 8. März in der „taz“ zu lesen. Während Männer ihre Freundschaften als „Bromance“ zelebrieren, stünden weibliche Alllianzen oft unter dem Verdacht, von Missgunst durchdrungen zu sein. Zeit sei es, die Kraft der Freundinnensolidarität zu beschwören. Na dann: Auftritt Overcoats. Hana Elion and JJ Mitchell, zwei junge Musikerinnen aus New York, besingen auf ihrem Debütalbum YOUNG das Erwachsenwerden als geteilte Erfahrung zweier Kumpaninnen.

Und muten dabei selbst an wie die personifizierte Adoleszenz: Wenn die beiden in ihren Songs Pop mit verschleppten R&B-Beats und dezenter Elektronik vereinen, klingt das wie die Vertonung eines sehr jungen, urbanen Lebens. Bestimmt haben Elion and Mitchell einen Tumblr-Blog. Der lässige Minimalismus der Platte rückt den klaren, schönen Duettgesang der beiden in den Fokus, begrenzt jedoch auch die Ausdrucksmöglichkeiten des Duos. Nach einer sorgenarmen Jugend mit Macbook und Klamotten von American Apparel hört sich diese Coming-of-Age-Platte auch in ihren melancholischen Momenten an. Aber da kommt sicher noch einiges: Diese „Womance“ dürfte Bestand haben.


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