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Chartliste

10 Eurodance-Hits der 90er, die es auf Platz 1 der deutschen Charts geschafft haben

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Lust auf einen kleinen Nostalgie-Trip? In der dritten Folge des neuen 90er-Jahre-Podcasts „Never Forget“ von den ME-Redakteuren Fabian Soethof und Stephan Rehm Rozanes dreht sich alles um das Genre, das am öftesten aus den Boxen überfüllter 90er-Revival-Parties dröhnt: Eurodance. Damals noch Kirmestechno genannt, hat sich Eurodance heute zum Genre mit dem einschlägigsten Wiedererkennungswert des Jahrzehnts gemausert, das Aufbruch und Ekstase so neonbunt vereinte.

Doch von Anfang an: Welche Definitionsmerkmale hat ein Eurodance-Hit überhaupt? Die Anfänge des Genres können auf Ende der 1980er-Jahre datiert werden, als Songs wie „Pump Up The Jam“ (1989) von Technotronic bereits deutliche Verbindungen zu amerikanischem House und Techno aufzeigten, sich jedoch noch stark am HipHop orientierten. Als erste richtig große und quasi offizielle Eurodance-Hymne gilt „Rhythm Is A Dancer“ von Snap! aus dem Jahr 1992; die Mischung aus männlichen Rapeinlagen und souligen Gesangparts einer Sängerin unterlegt von einem technolastigen Beat wurde schnell von weiteren Produzent*innen adaptiert und auf weitere Songs angewandt. Eurodance war geboren.

Egal, ob ihr zu „It’s My Life“ auf eurer Abi-Party getanzt, euch noch im Kindersitz im Auto davon beschallen lassen oder damals schon viel zu cool für das Genre wart: Hier präsentieren wir euch in chronologischer Reihenfolge zehn Eurodance-Hits der 1990er-Jahre, die es auf den ersten Platz der deutschen Charts geschafft haben. Spoiler: „What Is Love?“ von Haddaway und „Coco Jamboo“ von Mr. President sind nicht dabei – da reichte es nur für den zweiten Platz.

10 Eurodance-Hits der 90er Jahre, die auf Platz 1 der deutschen Charts gelandet sind:

1. Snap! – „Rhythm Is A Dancer“

Das Produzentenduo Michael Münzing und Luca Anzilotti konnten ihr Glück kaum fassen: Nachdem die beiden Deutschen jahrelang an Musikprojekten mit Clublegende Sven Väth gefeilt hatten, gelang ihnen mit dem Eurodance-Duo Snap! der internationale Durchbruch. Die erste Single „The Power“ verkaufte sich weltweit 20 Millionen Mal, der zweite Hit „Rhythm Is A Dancer“ aus dem Jahr 1992 gilt bis heute als offizieller Startpunkt der Eurodance-Ära und hielt sich allein in Deutschland ganze 35 Wochen auf Platz eins der Charts. Der von Thea Austin und Rapper Turbo B. gesungene Track basiert mit seiner Hauptmelodie auf dem Song „Auto-Man“ der amerikanischen Electro-Gruppe Newcleus aus dem Jahr 1984.


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2. Dr. Alban – „It’s My Life“

Als Dr. Alban mit „It’s My Life“ im Jahr 1992 die deutschen Charts sprengte, konnte der schwedisch-nigerianische Rapper und DJ bereits auf einige Erfolge zurückblicken; darunter eine eigene Zahnarztpraxis (ja, Dr. Alban hat tatsächlich einen Doktortitel), sowie eine Million verkaufte Exemplare seines Debütalbums HELLO AFRIKA aus dem Jahr 1990. Doch „It’s My Life“ sollte dies übertreffen – so landete der Track in Schweden, Österreich und Deutschland auf Platz 1 der Charts und verkaufte sich weltweit mehr als 1,6 Millionen Mal. Die halb gesprochenen, halb gerappten Vocals über einen mit Dancehall-Elementen versehenen Technobeat waren bereits seit Studium-Zeiten zu seinem Markenzeichen geworden.


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3. Captain Hollywood Project – „More and More“

Auch „More and More“ vom Captain Hollywood Project stammt aus der Feder eines deutschen Produzententeams: Dance-Songwriter Nosie Katzmann, der nur ein Jahr später auch den Megahit „Mr. Vain“ schrieb, nahm sich gemeinsam mit Giora Schein und Oliver Reinecke der Musik an, während die Lyrics von Frontmann Tony Dawson-Harrison verfasst wurden. Im Juli 1992 toppte der Song die deutschen Charts und erreichte bis zum Ende des Jahres Platinum-Status. Fun Fact: Captain Hollywood Project existiert noch immer – Dawson-Harrison und die Sängerin Shirin von Gehlen touren jährlich durch Nordamerika, Russland, Europa, Südamerika und Australien, um ihre größten Hits zu präsentieren.


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4. Culture Beat – „Mr. Vain“

Im Jahr 1993 arbeitete Nosie Katzmann gemeinsam mit Steven Levis, Jay Supreme und dem Produzenten Torsten Fenslau in einem kleinen Studio in Darmstadt an einem Song, der ihr Leben verändern sollte: „Mr. Vain“ stieg wie viele vorherige Eurodance-Songs zunächst in den deutschen Charts ein, konnte sich über den Sommer hinweg jedoch in insgesamt zwölf Ländern an der Spitze der Chartlisten platzieren. Der von Tania Evans und Jay Supreme performte Song wurde die meistverkaufte Single Europas im Jahr 1993 und gilt bis heute als Klassiker unter den Eurodance-Tracks der 90er-Jahre.


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