Apple feiert fünften Geburtstag des App Store

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Der App Store ist eine Erfolgsgeschichte. Das ist hinlänglich bekannt. Apples Online-Laden für mobile Programme veränderte nicht nur das Nutzungsverhalten für Smartphones, sondern gab den Taschencomputern erst die Art von leicht bedienbaren Anwendungen, die sie zu dem digitalen Schweizer Taschenmesser machen, das wir heute nur noch selten aus der Hand legen. Dabei ist der Erfolg des App Store keinesfalls selbstverständlich. Der Store hätte nicht zuletzt auch an Steve Jobs Eigensinnigkeit scheitern können.

Schon seit seiner Kindheit gab es für Steve Jobs diesen einen großen Anspruch: Perfektion. Ein persönlicher Grundsatz, der zum Grundsatz seiner Firma werden sollte. Er wollte, dass seine Produkte schön, funktional und von jedem zu bedienen sind. Dabei sollte jedes Detail diesen, seinen, Jobs‘ Bedürfnissen angepasst werden. Er brauchte die komplette Kontrolle, nicht nur über die Produktion ­– sondern auch über die Nutzung der Käufer. Er glaubte stets zu wissen, was Kunden wirklich wollen. Er wollte nicht, dass sie seine perfekt designten Kunstwerke mit Zusatzgeräten verschandeln. Darum wurde schon der erste Apple Macintosh im Jahr 1984 so gebaut, dass man ihn nicht ohne Weiteres öffnen und erweitern konnte. Die Rechnung kam prompt: Die erste Version des Macs verkaufte sich nur schleppend. Erst spätere Versionen sollten zum Erfolg werden.

Dennoch behielt Apple dieses Konzept bei. Produkte mit dem Apfel waren nicht zum Aufschrauben gedacht. Und auch bei der Software wollte Jobs die totale Kontrolle behalten. So verbot er beispielsweise Programme von Fremdanbietern auf dem iPhone – so wie Adobes Flash, das Jobs für leistungsschwach und unsicher hielt. Auch die schon damals revolutionären Apps sollten nur aus dem Hause Apple kommen. So kam es, dass 2007 das erste iPhone nur mit einer Handvoll von Apple programmierten Apps auf den Markt kam. Es war Jobs Wille, die Nutzererfahrung des iPhones zu bestimmen.

Die Geburtsstunde des App Store von Apple

Einige in Apples Führungsstab aber waren anderer Meinung. Auch sie sahen das ungeheure Potenzial des iPhones, glaubten aber, dass man dieses erst voll ausschöpfen könne, wenn man unabhängige Entwickler beteilige. Die Geschichte des Unternehmens zeige, dass Jobs sehr wohl andere Meinungen akzeptierte, solange sie richtig waren. Also bearbeite man Jobs so lange, bis er einem Konzept zustimmte, bei dem Entwickler Apps programmieren konnten, die von Apple getestet und nur in einer von Apple betriebenen Online-Plattform angeboten werden durften. Dies war die Geburtsstunde des App Store.

Am 10. Juli 2008 ging der App Store als eine Erweiterung von iTunes an den Start ­– mit 522 Apps. Schon nach wenigen Tage wurde deutlich, dass die Entscheidung für den App Store richtig war, nach nicht mal einer Woche verzeichnete Apple mehr als 10 Millionen Downloads, zwei Monate später waren es bereits 100 Millionen. Es war der Startschuss für eine komplett neue Branche. Über Nacht entstanden Start-Ups in Garagen und Studenten-WGs, die Apps produzierten. Große Unternehmen folgten. Nach etwas mehr als einem halben Jahr, im Januar 2009, gab es mehr als 15.000 Apps, die rund 500 Millionen mal heruntergeladen wurden.

Mit der Einführung des iPad im Sommer 2010, der App Store war schon jetzt ein Erfolg, veränderte Apple abermals einen Wirtschaftszweig. Die Verlagsbranche entdeckte das Tablet für sich. Bücher und Zeitschriften wurden in speziellen interaktiven Versionen im App Store angeboten. Der Store wuchs stetig weiter. Ein Geschäft, das sich für alle lohnt. Bis zum Juni 2011 hat Apple die Entwickler mit rund 2,5 Milliarden US-Dollar an den Einnahmen beteiligt.

Aktuell sind mehr als 850.000 Apps im Angebot des App Store von Apple. Bis heute wurden weit mehr als 50 Milliarden Downloads gezählt. Die Entwickler erhielten bis dato rund 10 Milliarden Dollar. Zahlen die eine deutliche Sprache für den immensen Erfolg des App Store sprechen. Eine Erfolgsgeschichte, die beinahe an Steve Jobs Kontrollwahn gescheitet wäre.

Zur Feier des fünften Geburtstags bietet Apple eine Übersicht über die bisher erreichten Meilensteine sowie eine Auswahl an Apps zum kostenlosen Download, wie zum Beispiel die DJ-Software Traktor DJ.


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