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Interview

Avril Lavigne im Interview: „Ich ging jeden Sonntag meines ganzen Lebens in die Kirche”

Avril Lavigne ist erwachsen geworden. So scheint es zumindest, wenn man der derzeitigen Medienberichterstattung über die ewige Teenage-Poprockerin folgt: Lavigne erzählt von „ihrem Kampf” mit der Krankheit Lyme-Borreliose, welche über Zeckenbisse übertragen wird.

Lange sei sie von Arzt zu Arzt geschickt worden, niemand habe die richtige Diagnose stellen können. Am Tiefpunkt ihrer Krankheit habe sie sich nicht mehr bewegen können und gefühlt, als würde sie sterben. Und dann habe Lavigne gebetet. „Gott, lass mich den Kopf über Wasser halten” („God, keep my head above water”). Das ist die oft erzählte Entstehungsgeschichte der ersten neuen Avril-Lavigne-Single „Head Above Water”, und sie nimmt mit.

Avril Lavigne hat überlebt, es geht ihr besser. Am 15. Februar 2019 wird sie ein neues Album veröffentlichen, das wie die Single HEAD ABOVE WATER heißt und damit vielleicht sogar auf Tour gehen.

Kooperation

In aktuellen Interviews erzählt Avril Lavigne vor allem von ihrer schweren Krankheit und davon, dass die von ihr gegründete „Avril Lavigne Foundation” nebst „Individuen mit ernsten Krankheiten und Behinderungen auch Lyme-Borreliose-Erkrankten helfe und die Prävention der Krankheit unterstütze.

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Keine Rede mehr von Sk8terboys, den schlechten und den besseren Girlfriends und Hello Kitty. Hat Avril Lavigne ihre Skatergirl-Attitüde endgültig hinter sich gelassen und ist zum Mainstream-Popsternchen mit ergreifender Background-Story mutiert? Wir wollten uns im Telefoninterview mit ihr persönlich vergewissern.

Skaten, eingelernte Sätze und Religion

Ob sie eigentlich noch skate? „Ja, ein bisschen, ab und an mal.”  Und ihr neuestes Tattoo? „Eine Rose, auf meinem Arm. Weil ich Rosen auf meinem Arm haben wollte. Aus keinem bestimmten Grund.”

Avril Lavigne möchte eigentlich nur über ihr neues Album sprechen. Da gibt es einige Sätze, die sie vermutlich in allen Interviews unterbringen soll. Sätze wie: „Ich habe mir wirklich Zeit genommen, über Dinge zu schreiben, über die ich noch nicht geschrieben habe, und Dinge anders zu sagen als sonst” und „Es geht  [unter anderem] auch darum, dass es okay ist, eine starke, unabhängige Frau zu sein.”

Dennoch sagt Lavigne durchaus auch Dinge, die überraschen. Etwa, dass sie nicht etwa erst seit der Lyme-Borreliose-Diagnose gläubig geworden ist. Lavigne wuchs in der kanadischen Kleinstadt Napanee als mittlere Tochter einer religiösen Familie auf. „Ich ging jeden Sonntag meines ganzen Lebens in die Kirche und besuchte auch die Sonntagsschule. Natürlich beeinflusst einen das auch später”, so Lavigne.

Auch der erste Auftritt als Sängerin vor anderen Leuten fand als Kind in der Kirche statt. Sie habe immer noch ihren Glauben, ihre Beziehung zu Gott.

Chad Kroeger, neue Songs und „Melissa”

Weniger überraschend ist Avril Lavignes Anwort auf die Frage nach der Beziehung zu ihrem Ex-Mann. Lavigne war zwei Jahre mit Chad Kroeger, dem Frontmann von Nickelback, verheiratet. 2015 folgte die Scheidung.

Die beiden seien auch nach der Trennung noch „wirklich gute Freunde” – offensichtlich, denn Kroeger habe an Lavignes neuem Album mitgewirkt. „Er [Chad Kroeger] hat mir geholfen, die zwei ersten Songs ‚Head Above Water‘ und ‚Warrior‘ aufzunehmen und hat mich viel unterstützt – er hat mich in sein Studio geholt, um sich um mich zu kümmern.”

Auch über ein paar andere Songs des Albums HEAD ABOVE WATER spricht die Sängerin. So gebe es mit „Tell Me It’s Over” und „Crush” zwei „jazz-ige” Songs auf dem Album, typischen Rocksong gäbe es keinen, und: „Dann gibt es noch einen ‚Spaß-Song‘ namens „Dumb Blonde”, der mit dem Klischee spielt, dass Blonde dumm sind, was nicht wahr ist”. Danke, Avril.

Gerüchten zufolge soll Avril Lavigne ja schon vor langem (oder auch erst kürzlich, da ist man sich nicht so ganz einig) von einem Klon namens „Melissa” ersetzt worden sein. Zahlreiche „Beweise” dafür wurden in Form von Videos und Blogs erfunden. Lavigne selbst kann darüber natürlich nur lachen.

Auf die Frage, was sie besonders mache, womit sie also ihr Identität beweisen würde, wenn sie müsste, antwortet die Sängerin: „Die Leute sagen immer, dass ich noch immer genauso aussehe wie früher, und einfach nicht altere. Gleichzeitig sagen sie, ich wurde durch einen Klon ersetzt. Das ist der Beweis: Die Leute widersprechen sich selbst.”

Avril Lavignes liebster eigener Song ist übrigens „I’m With You” von ihrem ersten Album LET GO, das 2002 erschien. „Ich mag diesen Song sehr und er wird einfach niemals alt.”

Anders als die Sängerin selbst: Auch, wenn sie sich den Fotos nach äußerlich wirklich kaum verändert hat, scheint Lavigne es mit ihren 34 Jahren jetzt ruhig angehen zu wollen. Wie auch ersichtlich an diesem Video von einem Live-Auftritt 2018:

Lavigne spiele in letzter Zeit zuhause auch gern akustische Gitarre – so seien auch einige der neuen Songs entstanden. Auch Klavier spiele sie gern. „Aber ich spiele auch Schlagzeug!” Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, die Popsängerin gebe sich musikalisch derzeit eher gemäßigt.

Auf die Frage, ob sie auch touren wolle, blieb sie kryptisch: „Zuerst veröffentliche ich mal das Album”. HEAD ABOVE WATER soll am 15. Februar 2019 erscheinen, und kann auf der Website der Sängerin vorbestellt werden.

Die Trackliste des Albums:

  1. Head Above Water
  2. Birdie
  3. I Fell In Love With The Devil
  4. Tell Me It’s Over
  5. Dumb Blonde
  6. It Was In Me
  7. Souvenir
  8. Crush
  9. Goddess
  10. Bigger Wow
  11. Love Me Insane
  12. Warrior

Das Cover-Artwork:

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