Brief an Justizminister: Beyoncé fordert Gerechtigkeit für Breonna Taylor


In dem Brief an Kentuckys Justizminister Daniel Cameron fordert Beyoncé die Anklage der Polizisten, die für den Tod der 26-jährigen Notfallsanitäterin verantwortlich sind. „Drei Monate sind vergangen – und null Verhaftungen wurden vorgenommen, und es wurden keine Beamten entlassen“, schreibt die Sängerin unter anderem dazu.

Popstar Beyoncé Knowles-Carter hat einen offenen Brief an Daniel Cameron, den Justizminister von Kentucky, verfasst, in dem sie Gerechtigkeit für Breonna Taylor fordert. Die 26-jährige Notfallsanitäterin wurde am 13. März 2020 mit acht Schüssen von Polizeibeamten des Louisville Metro Police Department (LMPD) erschossen, nachdem diese ihr Haus mit einem „No-knock warrant“ betreten hatten. Dieser Durchsuchungsbefehl erlaubt es der US-Polizei, ohne Verwarnung und ohne sich auszuweisen, einen Wohnort zu betreten.

Beyoncé und Rihanna äußern sich auf Social Media zum Mord an George Floyd

Im Zuge einer Ermittlung gegen Drogendealer verdächtigten die Ermittler des LMPD Breonna Taylors Exfreund, ihren Wohnort als ein Versteck für Drogen oder Geld zu nutzen. Obgleich die 26-Jährige keinerlei Teil der Investigation war, stellte ein Richter den Durchsuchungsbefehl ihrer Wohnung aus, dem die Polizeibeamten in der Nacht vom 13. März 2020 nachgingen. Dem unangekündigten Eindringen folgte ein direkter Schusswechsel zwischen den Polizeibeamten und Taylors Partner Kenneth W., bei dem Breonna Taylor von mindestens acht Schüssen getroffen wurde.

Taylor Swift setzt sich für Entfernung rassistischer Denkmäler in Tennessee ein

Zwar hat der Stadtrat von Louisville in der vergangenen Woche offiziell für ein Verbot der „No-knock warrants“ gestimmt und dem Gesetzesvorschlag den Titel „Breonna’s Law“ (zu Deutsch: Breonnas Gesetz) gegeben – doch noch immer wurden die für ihren Tod verantwortlichen Polizisten nicht angeklagt. Aus diesem Grund richtet sich Beyoncé nun selbst an den Justizminister von Kentucky: „Diese kleinen Schritte in die richtige Richtung sind eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass es immer noch keine Gerechtigkeit für Breonna Taylor oder ihre Familie gegeben hat“, schreibt die Sängerin in dem Brief, den sie auf ihrer Website veröffentlicht hat.

Black Lives Matter: André 3000 unterstützt mit eigener Modelinie

„Drei Monate sind vergangen, und die Ermittlungen des LMPD haben mehr Fragen als Antworten hervorgebracht. (…) Drei Monate sind vergangen – und null Verhaftungen wurden vorgenommen, und es wurden keine Beamten entlassen. Die Ermittlungen des LMPD wurden Ihrem Büro übergeben, und dennoch sind alle an der Schießerei beteiligten Beamten weiterhin beim LMPD angestellt. Sergeant Jonathan Mattingly und die Offiziere Myles Cosgrove und Brett Hankinson müssen für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Drei Monate sind vergangen – und die Familie von Breonna Taylor wartet immer noch auf Gerechtigkeit,“ heißt es in dem offenen Brief.

Black Lives Matter: Kanye West legt College-Funds für Tochter von George Floyd an

Sie fährt fort: „Lassen Sie nicht zu, dass dieser Fall nach einer schrecklichen Tragödie in das Muster des Nichthandelns fällt. Mit jedem Tod einer schwarzen Person durch die Polizei gibt es zwei echte Tragödien: Den Tod selbst und die Tatenlosigkeit und Verzögerungen, die darauf folgen.“ Die Musikerin beendet ihren Text mit den Worten: „Das ist Ihre Chance, dieses Muster zu beenden. Ergreifen Sie rasch und entschlossen Maßnahmen, um die Beamten anzuklagen. Die nächsten Monate dürfen nicht wie die letzten drei aussehen.“

„Black Lives Matter“-Demo: Michael B. Jordan fordert mehr Engagement von der Filmbranche

Beyoncé Knowles-Carter gehört mit mehr als 200 Millionen verkauften Tonträgern und 23 Grammys zu den erfolgreichsten Popstars der Welt. Alle ihre sechs Soloalben erreichten den ersten Platz der US-Billboard-Charts, im Jahr 2014 wurde sie vom „Forbes“-Magazin zur einflussreichsten Künstlerin gewählt. Seit ihrem sechsten Album LEMONADE und den dazugehörigen politischen Singles „Formation“ und „Freedom“ gilt Beyoncé als Patronin im Kampf gegen Rassismus und Diskrimierung.