Highlight: Die besten Filme auf Netflix – sortiert nach Genre

Die besten Filme des Jahres 2018 (bisher)

Das Filmjahr 2018 ist zwar noch längst nicht vorbei, einige Filme aus den bisherigen Monaten werden die Zeit aber mit Sicherheit überdauern und vielleicht sogar zu modernen Klassikern werden. Wir blicken deshalb schon jetzt auf die bisherigen Highlights des Jahres 2018 zurück und sagen Euch, welche Filme Ihr unbedingt nachholen solltet.

It Comes at Night

Die nackte Angst vor dem Unbekannten ist das Thema dieses Horror-Thrillers, der von A24 produziert wurde. A24 ist seit einigen Jahren das aufregendste Filmstudio, im Horror-Bereich stellten die New Yorker schon „The Witch“ auf die Beine. „It Comes at Night“ zeigt eine Familie, die sich von Paranoia zerfressen in einer Hütte im Wald einschließt und murrend weitere Gäste aufnimmt. Bei Einbruch der Nacht wird das Haus verriegelt, denn draußen lauert angeblich der Tod.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Frances McDormand sucht in „Three Billboards“ nach Gerechtigkeit. Und richtet pures Chaos an.

Machen wir uns nichts vor: Für „Shape of Water“ interessiert sich schon zwei Monate nach Kinostart kein Mensch mehr, während die Werbetafeln aus „Three Billboards“ sogar mittlerweile von echten Demonstranten genutzt werden. Der Film hätte den Oscar als besten Film aber nicht nur aufgrund seiner Relevanz und das Gespür für den Zeitgeist gewinnen sollen, sondern auch weil er lustig, traurig, erschütternd und hoffnungsvoll zugleich ist.

Call Me By Your Name

Eine der wenigen Filme, bei denen die Ankündigung einer Fortsetzung wirklich für Vorfreude sorgt. Die Liebesgeschichte zwischen Elio und Oliver wird weitergehen, die Zuschauer und der Regisseur haben noch nicht genug von dem Paar, das sich in einem scheinbar endlosen und magischen Sommer in Italien verliebt hat. Vielleicht dürfen sie in Teil 2 sogar auch T-Shirts tragen.

Auslöschung

„Ex Machina“-Macher Alex Garland hat das nächste Science-Fiction-Kunststück abgeliefert und Netflix, die Paramount den Film abkauften und statt ins Kino direkt in die Mediathek stellten, den ersten guten Exklusivfilm seit „Mudbound“ beschert. Natalie Portman spielt eine Wissenschaftlerin mit Militär-Background, gemeinsam mit einigen anderen Frauen dringt sie in eine geheimnisvolle Kuppel ein, in der DNA von Mensch, Tier und Pflanzen vermischt werden. Sie suchen den Ursprung des Phänomens.

The Florida Project

Szene aus „The Florida Project“

Wurde in der Award-Season sträflich übergangen: Regisseur Sean Baker (der seinen ersten Hit nur mit dem iPhone drehte) zeigt das Leben in einem ehemaligen Motel in der Nähe von Disney World in Florida. Die Zimmer wurden zu temporären Wohnungen für die amerikanische Unterschicht, das Leben hier ist ein White-Trash-Albtraum für die Erwachsenen, aus der Sicht der kleinen Moonee aber ein großes Abenteuer. Ein Geniestreich, diesen kaputten amerikanischen Traum aus der Kinderperspektive zu erzählen.

The Death of Stalin

Der Diktator liegt in seiner eigenen Pisse und stirbt, die Macht über die Sowjetunion liegt derweil in greifbarer Nähe seiner Getreuen und Offiziere, die nun um die Nachfolge Stalins schachern. Grandiose Polit-Comedy, die in Russland selbstverständlich verboten wurde. Schade, so sehen die Russen nicht die bizarre Verwandlung von Steve Buscemi in Nikita Chruschtschow.

Unsane

Sawyer sitzt in einer Anstalt fest.

Inmitten der vielen schwermütigen Berlinale-Wettbewerbsfilme krachte Steven Soderbergh plötzlich mit seinem rasanten Psychothriller „Unsane“, den er nur mit iPhones gedreht hat. Eine junge Frau, Sawyer, sucht Hilfe bei Therapeuten, wird dann aber gegen ihren Willen in eine Klinik eingewiesen, die ihre Versicherung melken möchte. Der Feind ist also das Gesundheitssystem, das psychisch Kranke ausnutzt. Dazu kommt noch ein Stalker, der Sawyer seit Jahren verfolgt und sich in die Klinik einschleust. Oder bildet sie sich das nur ein?

A Quiet Place

Überraschungshit aus den USA. Aliens haben die Erde überrannt, bewaffnet mit einem unfassbar guten Gehör und roher Kraft. Eine Familie versucht nun zu überleben, den ganzen Tag über keinen Laut von sich zu geben und ein Mittel gegen die Bedrohung zu finden. Nie war es in Kinos leiser, eine Anspannung wie bei „A Quiet Place“ fühlt man nur noch selten. Der Film wäre übrigens fast Teil des Cloverfield-Universums geworden. Zum Glück hat das nicht geklappt.

Wildes Herz

Feine Sahne Fischfilet

Nicht nur eine Doku über die Band Feine Sahne Fischfilet und ihren ziemlich geilen Sänger Monchi, sondern vor allem ein Porträt über Heimatverbundene, die eigenhändig den Kampf gegen AfD und Rechts aufnehmen, bevor deren Anhänger Mecklenburg-Vorpommern noch weiter vergiften. Gehört in jeden Schulunterricht.

Avengers: Infinity War

Der Hype vor dem Kinostart war gigantisch. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass die Russo-Brüder auf den Regiestühlen die Erwartungen erfüllen konnten und Marvels großes Jubiläum (10 Jahre MCU) tatsächlich der Blockbuster geworden ist, der er sein wollte. Einer, den man in Größe und in Bezug auf die Story so noch nie gesehen hat. Und der mit einem der irrsten Cliffhanger der Kinogeschichte endet. Fortsetzung folgt im Mai 2019.

A Beautiful Day

„You were never really here“

Regisseurin Lynne Ramsay schockte vor einigen Jahren bereits mit „We need to talk about Kevin“, nun ist sie mit dem kompakteren Thriller „A Beautiful Day“ zurück. Joaquin Phoenix spielt einen kaputten Kriegsveteran, der jetzt unter Drogeneinfluss und mit viel roher Gewalt Kinder aus den Händen von Sexhändlern befreit. Bei einer dieser Befreiungsaktionen stolpert er in eine Verschwörung, die ihn viele Opfer kostet.

Isle of Dogs

Einer der besten Filme von Indie-Darling Wes Anderson. In einer überraschend abstoßenden Welt (sonst ist ja alles immer recht hübsch bei ihm) erzählt er die Geschichte eines japanischen Jungen, der seinen Hund sucht. Die Schnauzis der Großstadt Megasaki wurden nämlich komplett verbannt und hausen auf einer Müllinsel, Schuld daran ist ein fieser Katzenliebhaber, der die Propagandamaschine gegen Hunde angeworfen hat.

In den Gängen

Franz Rogowski ist aktuell der Schauspieler in Deutschland. Bei der Berlinale war er gleich in zwei Filmen zu sehen, beide liefen im Wettbewerb. Der bessere war „In den Gängen“, Rogowski spielt einen Ex-Knacki, der irgendwo im Osten einen Job im Großmarkt annimmt und dort seine Kreise mit dem Gabelstapler zieht. Dann kommt die Liebe ins Spiel: Sandra Hüller spielt die Süße aus der Süßwarenabteilung, ist aber leider verheiratet. Liebe im Kosmos Großmarkt, ein brillanter Film mit sehr viel Fingerspitzengefühl.

Hereditary – Das Vermächtnis

Dieser Horrorfilm ist nicht nur besonders clever, sondern auch wahnsinnig kaltherzig. Es wird geköpft und gruseliges Zeug im Puppenhaus angestellt. Die Frauen einer Familie scheinen einen Fluch von Generation zu Generation weiterzugeben – oder wird Mutter Annie (Toni Collette) einfach nur schleichend wahnsinnig? Die Antwort gibt der Film erst ganz am Ende, bis dahin ist man als Zuschauer eh schon selbst irre geworden.

Mission: Impossible – Fallout

Scientology hat Tom Cruise endgültig bekloppt gemacht. So bekloppt, dass er für den neuesten Teil der Filmreihe aus 7500 Metern Höhe abspringt, selbst waghalsige Stunts in einem Helikopter macht und am Triumphbogen in Paris als Geisterfahrer auf dem Motorrad herumfährt. Ohne Helm natürlich, sonst würden die Haare nicht so schön im Wind wehen. „Fallout“ ist handgemachtes Actionkino, das sein Genre auf ein ganz neues Level hebt, zum Staunen bringt und schlichtweg Spaß macht.

BlacKkKlansman

Adam Driver und John David Washington rufen mal beim Ku Klux Klan an.
Adam Driver und John David Washington infiltrieren den KKK.

War zwar vor allem im Finale sehr holprig inszeniert, punktet dafür aber mit seiner irrwitzigen und wahren Geschichte: Ein schwarzer Polizist hat es in den 1970ern geschafft, einen Ortsverband des KKK zu infiltrieren. Und zwar via Hasstiraden am Telefon und einem weißen Kollegen, der zu den Meetings der Rassisten ging. Regisseur Spike Lee zieht die Denke der modernen Rassisten ins Lächerliche, vergisst aber nicht die Gefahr von Populismus und Fremdenhass. Spätestens, wenn Lee in der allerletzten Szene in die Gegenwart springt, bleibt den Zuschauern jegliches Lachen im Halse stecken.

Searching

Unfassbar packender Thriller, der nur via Computerbildschirme und Smartphones erzählt wird. Ein Mann (John Cho) vermisst seine Tochter, die anscheinend mit ihren Ersparnissen abgehauen ist. Nach und nach findet er mehr über ihr Verschwinden heraus und entdeckt via Social Media und Suchmaschine ganze neue Seiten von seinem Kind. „Searching“ ist ein beängstigendes Lehrstück über das Internet und seine Macht. Im guten wie im schlechten Sinne.

Dogman

Marcello betreibt in einer kleinen Küstenstadt in Italien einen Hundesalon. Sein bescheidenes Leben läuft gut, bis ein örtlicher Schläger auch Marcello in einen Strudel aus Kriminalität reinreißt und ihn schließlich in den Knast bringt. Der schmächtige Salonbetreiber beschließt nach der Freilassung, sich zur Wehr zu setzen. Tolles Porträt über das Hinterland Italiens, in dem das Gesetzt von den falschen Leuten in die Hand genommen wird.

Aufbruch zum Mond

Ist zwar nicht das richtige Thema für jeden, eben weil man ja weiß, wie die erste Reise des Menschen zum Mond ausging. Wenn man sich aber auf dieses Drama einlässt, dann wird Ryan Gosling als Neil Armstrong direkt zum Oscar-Anwärter. „La La Land“-Regisseur Damien Chazelle erzählt den „großen Schritt“ für die Menschheit mit viel Liebe zum Detail und lässt dabei nicht die vernachlässigten oder beendeten Schicksale aus, die zum wissenschaftlichen Triumph führten.

Loro

Spätestens seit „La Grande Belezza“ ist Paolo Sorrentino einer der besten Regisseure, wenn es um Schönheit und Exzess geht. Auf „Ewige Jugend“ folgt nun „Loro“, ein inoffizielles Porträt über die den bizarren Politikstil und das wilde Privatleben von Silvio Berlusconi. Was davon stimmt und was erfunden ist? Weiß man nicht genau, deshalb passt „Loro“ ja so perfekt zur Geschichte des Ex-Präsidenten von Italien.

Suspiria

Die Musik stammt hier von Radioheads Thom Yorke, der restliche Film von einem weiteren Italiener, nämlich dem Genie hinter „Call Me By Your Name“. Von Romanze wechselt dieser aber ins Horror-Genre und zeigt eine Tanzschule im Berlin der 70er-Jahre. Junge Frauen kämpfen um einen Platz im von Tilda Swinton geführten Ensemble, doch im Gebäude schlummert mehr als der Wunsch nach Ruhm. Ein Hexenzirkel hat sich in Berlin breit gemacht und verwandelt „Suspiria“ in ein Abbild der Hölle. (Hier geht es zur ausführlichen Kritik)

Dakota Johnson und ihr Ensemble in „Suspiria“.
Dakota Johnson und ihr Ensemble in „Suspiria“.

Climax

(Kinostart: 6. Dezember)

Gaspar Noés Filme können schnell als „krank“ abgetan werden, was wohl daran liegt, dass sie besonders schmerzhaft sind. Auch „Climax“ tut weh, weil sich die Party eines Tanz-Ensembles (ja, wie in „Suspiria“) in einen Albtraum verwandelt. Allerdings ist hier eine mit LSD versetzte Bowle der Auslöser. Sobald die Droge kickt, wird eine Aula zum Käfig, in dem alles möglich ist. Vergewaltigung, Mord, Inzest, ein Kind auf Drogen in einem Raum mit dem Stromkasten. In „Climax“ kann alles passieren, viel davon passiert auch und sorgt für Entsetzen. Krank ist das trotzdem nicht, sondern die pure Lust am Rausch, am Filmemachen und der Musik. Der mit Abstand beste Film des Jahres, auch wenn ihn nur schwer erträgt.

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