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Die besten Quarantäne-Tipps (Teil 10): Arabella Wintermayr empfiehlt The xx, „The Handmaid’s Tale“ und ein Survival-Horror-Videospiel

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Jetzt bloß keine Panik schieben! Machen wir nämlich auch nicht. Zusammen allein sein kriegen wir doch hin, oder? Hier geht’s zu unseren Zuhause-Durchhalte-Tipps. Dieses Mal mit: ME-Autorin Arabella Wintermayr.

Arabella genießt eigentlich am liebsten das pulsierende Berlin-Friedrichshain. Aber auch in Zeiten des Coronavirus lässt sich wunderbar der Kultur frönen: In Form von Literatur, Filmen und Serien, Musik und Games. Dabei bedeutet Kultur für sie im Idealfall nicht nur gute Unterhaltung – sondern eröffnet neue Perspektiven auf die Welt, bietet Orientierung für das eigene Leben und regt zur kritischen Reflexion an.

Etwas, das ich eh schon die ganze Zeit erledigen wollte:

Endlich den meterhohen Stapel an Magazinen lesen…

Ein Film, der immer gute Laune macht:

„Milk“ von 2008! Gute Laune macht der Film vielleicht nicht unbedingt, aber er lässt Dich empowered zurück. Und das kann ja aktuell auch nicht schaden.

Was man trotz Quarantäne nicht vernachlässigen sollte:

So schwer es auch fällt, sollte sich unsere Konzentration nicht nur auf Push-Nachrichten zur Pandemie beschränken. Das Coronavirus ist nicht die einzige Herausforderung, die die Welt zu bewältigen hat.

Das Buch, das ich die ganze Zeit zu Ende lesen wollte (und jetzt aber noch mal von vorn anfangen muss):

Ich lese gerade „Anne Lister“ – eine wunderbare Biografie von Angela Steidele. Als „erste moderne Lesbe“ brach sie im präviktorianischen Zeitalter alle Konventionen und ist mit der Selbstverständlichkeit, mit der sie für ihre Wahrheit eintritt, bis heute inspirierend. Wem die 300 Seiten zu viel sind, empfehle ich stattdessen die aktuelle BBC-Serie über ihr Leben: „Gentleman Jack“ kann man derzeit auf Sky streamen.

Mein Lieblings-Livealbum:

RAMMSTEIN: PARIS von Rammstein. Ganz unwillkürlich fühlt man sich an warme Sommernächte mit exorbitanter Pyro-Show erinnert. Bleibt zu hoffen, dass bis zur Fortsetzung der Tour in diesem Sommer wieder Normalität eingekehrt ist.

Das Album, in das ich mich verkriechen kann:

Für mich ist kein Album meditativer als das Debütalbum von The xx. Allerdings eignet sich auch das gesamte Werk von IAMX hervorragend zum Abtauchen.

Mein Spiele-Tipp:

DEAD BY DAYLIGHT – Das Survival-Horror-Spiel wird auch nach vielen, vielen Stunden nicht langweilig und lockt immer wieder mit Neuerungen. Was zunächst hart klingt, ist eigentlich nichts anderes als ein ausgeklügeltes, virtuelles Fangen-/Versteck-Spiel für Erwachsene. Allen, die es etwas story-lastiger mögen, kann ich wärmstens alle Titel aus dem Quantic-Dreams-Studio empfehlen. Mit DETROIT: BECOME HUMAN bewiesen die Entwickler*innen zuletzt erneut, wie gut es ihnen gelingt, brennende Fragen der Zeit in eine intelligente, interaktive Geschichte zu verpacken.

Die Serie, die ich mir jetzt einfach zum zweiten Mal anschaue:

Die Watchlist ist einfach zu lang für Wiederholungen. Vielleicht wage ich mich anlässlich der bald erscheinenden dritten Staffel endlich an „Westworld“!

Mein Serientipp für alle:

Ganz klar: „The Handmaid’s Tale“ (Staffel 1 – 3). Jetzt, wo es die Serie nicht mehr nur auf MagentaTV, sondern auch auf Amazon Prime Video zu streamen gibt, sollte es wirklich keine Ausreden mehr geben. Die dystopische Serie nach Margret Atwoods grandiosem Roman ist erstaunlich nah an den Themen, die uns aktuell jenseits des Coronavirus beschäftigen: Die Zunahme von Populismus gepaart mit der Wiederauferstehung erzkonservativer Gesellschaftsvorstellungen. Besonders interessant (und lehrreich) wird es immer dann, wenn es um die schrittweise Auflösung der demokratischen Ordnung geht.

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