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Eine Geschichte der Sitcoms: Die ikonischsten US-Comedy-Serien der 1980er-Jahre

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In einem Ausnahmezustand wie der aktuellen Coronavirus-Pandemie gibt es zwei Arten von Menschen: Die einen versinken liebend gerne in den Tiefen von dystopischen Serien, um sich selbstzerstörerisch noch tiefer in die mentale Apokalypse zu begeben. Die andere Hälfte wählt den Weg des Verdrängens und lässt sich von Sitcoms und Komödien berieseln, um Sorgen und Ängste sanft beiseite zu schieben.

Wer sich stolz und ohne Scham der zweiten Kategorie zuordnet, aber nicht zum fünften Mal „The Office“ schauen möchte, kann hier fündig werden: In „Eine Geschichte der Sitcoms“ präsentieren wir jeweils die ikonischsten Comedy-Serien eines Jahrzehnts, um Euch ein wenig Abwechslung und Inspiration fürs Binge-Watchen zu geben. Außerdem wollen wir ein paar Fragen auf den Grund gehen: Wie haben sich Sitcoms über die Jahrzehnte hinweg entwickelt? Und warum waren manche von ihnen so irrsinnig erfolgreich?

Was definiert eine Sitcom?

Sitcoms unterscheiden sich von anderen Formen der Comedy durch eine hohe Gag-Quote, wobei diese jedoch alle in eine dramatische Handlung eingepflegt sind – das gibt den Zuschauer*innen die Möglichkeit, persönliche Zuneigung und Bindungen zu den Charakteren aufzubauen. Eine Folge überschreitet meistens nicht eine Dauer von 30 Minuten, auch die Sets sind oft einheitlich und ändern sich über mehrere Staffeln hinweg wenig.

Bei der klassischen Sitcom war auch die Live-Aufnahme vor Publikum ein fester Bestandteil des filmischen Konzeptes – und das hörbare Gelächter der Zuschauer*innen sprach somit für eine hohe Qualitität der Serie. Später wurden die Lacher immer öfter erst im Nachhinein eingebaut, bei den meisten aktuellen Sitcoms (wie bei „Modern Family“ und „New Girl“) wird komplett darauf verzichtet.

Auch die Dramaturgie einer Sitcom hat sich über die Jahrzehnte hinweg verändert: Das ursprüngliche narrative Konzept einer Sitcom sieht eine „zirkuläre Dramaturgie“ vor – die Charaktere werden pro Folge vor ein Problem gestellt und nach jedem gelösten Konflikt befinden sie sich wieder an ihrer Anfangsposition. Diese Erzählweise wurde vor allem aus dem Grund eingeführt, dass Episoden nach Lust und Laune im Fernsehen wiederholt werden konnten, ohne dass jemand der Geschichte nicht folgen könnte. Erst als offensichtlich wurde, dass Zuschauer*innen eher bei einer Sitcom hängen bleiben, wenn sie mit den Figuren mitfühlen und ihren Lebensweg verfolgen möchten, wurde die „zirkuläre Dramaturgie“ abgeschwächt. Stichwort: Charakterentwicklung.

Die ikonischsten Sitcoms der 1980er-Jahre:

Cheers

1982 – 1993

Die Bar „Cheers“ in Boston gehört dem trockenen Alkoholiker und ehemaligen Baseballspieler Sam Malone (Ted Danson) – ein Ort „where everybody knows your name“ (Catchphrase und gleichnamiger Titelsong der Show). Die Sitcom startet damit, dass die wohlhabende Studentin Diane Chambers (Shelley Long) nach einer aufgelösten Verlobung im „Cheers“ zu arbeiten beginnt und eine On/Off-Beziehung mit Sam eingeht. Weitere Hauptcharaktere der Serie sind die zynische italienischstämmige Angestellte Carla Tortelli (Rhea Pearlman), der etwas einfältige Barkeeper Ernie Pantusso (Nicholas Colasanto) – genannt Coach – und die zwei Stammgäste Cliff Clavin (John Ratzenberger) und Norm Peterson (George Wendt). Nach dem Tod von Colasanto wurde die Rolle des Coach mit der des ebenso naiven Barkeepers Woody Boyd (Woody Harrelson) ersetzt. Später kommen noch die Managerin Rebecca Howe und das Psychiater-Ehepaar Frasier Crane und Lilith Sternin hinzu – das darauffolgende Spin-Off „Frasier“ wurde zu einer der populärsten Sitcoms der 1990er-Jahre.

„Cheers“ sollte – ohne es zu ahnen – eine ganze Ära an nachfolgenden Sitcoms prägen: Indem die Macher Glen und Les Charles und James Burrows eine Bar als Knotenpunkt für die Serienhandlung festlegten, war ein neues Sitcom-Konzept geboren, das auch spätere Serien wie „Friends“ (Das Café „Central Perk“) oder „How I Met Your Mother“ (die Bar „McLaren’s“) zum Erfolg verhelfen sollte. Zudem war die Show bekannt dafür, Themen wie Sucht und Homosexualität unaufgeregt und mit Humor anzusprechen, ohne ironisch oder wertend zu wirken. „Cheers“ kam in den insgesamt elf Jahren Laufzeit auf ganze 275 Episoden und wurde mehrfach unter die Top Ten der „Besten Sitcoms aller Zeiten“ vom „Writer’s Guild Of America“ und dem „TV Guide“ gewählt.


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