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Popkolumne, Folge 76

Ich scheiß auf Katzencafés!* – Paulas Popwoche im Überblick

von

Podcasts killed the radio star

Sollte es tatsächlich jemanden da draußen geben, der sich für meine Radiosenderrezensionen interessiert und zwar nur dafür, sei hiermit hinfort geschickt, heute gibbet nix und falls DU Dich wirklich für Radiosenderrezensionen interessierst, dann get a life … Sagt die, die Radiosenderrezensionen schreibt. Ich konnte das jetzt erstmal nicht mehr, aber es wird eventuell weitergehen. Allerdings bin ich jetzt zur vollkommenen Podcastsucht übergegangen. Lange hab ich das Bohei darum nicht verstanden, aber jetzt höre ich jeden Tag Podcasts. Immer schön Zug und Laufen und dabei fremde Stimmen reinknödeln.

So habe ich mich zum Beispiel kürzlich in Visa Vie verliebt, die bei Palina Rojinskis Podcast „Podkinski“ zu Gast war. Es ging um HipHop, ums Schreiben, um gebrochene Nasen und Probleme mit dem eigenen Körper. Richtig angenehm, den beiden zuzuhören, Palina ist eh immer so schön offen und ehrlich neugierig, eine Gute.


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„Hotel Matze“ ist so ein Podcast, der mich meist eher nervt, aber es hängt von dem jeweiligen Gast ab. Dieser Matze von „Mit Vergnügen“ ist auf jeden Fall nett und so, aber ich brauch da grundsätzlich mehr Persönlichkeit, Humor und Verrücktheiten. Es ist meist alles immer sehr ordentlich. Was dafür funktioniert, ist, dass der Gast viel Raum bekommt. Ferdinand von Schirach brauchte den auch und auch wenn ich bei diesem ganzen Gesieze und diesem übertriebenen bedeutungsvollen Reden ab und an mal die Augen verdrehen muss, ist es ein wahnsinnig interessantes Gespräch über das Schreiben als Beruf geworden.


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Vor ein paar Tagen erst habe ich „Mental Mall“ entdeckt. In der aktuellen Folge sprechen Mia Morgan, die ich als Musikerin und Internetuserin schätze, und Search Yiu, den ich nicht kenne, da ist also noch alles drin, mit eurem Internetliebling El Hotzo über Humor als Bewältigungsstrategie, die fiese Schulzeit und wichtige Therapie. Es ist ein wirklich gelungener Mix aus Ernsthaftigkeit und Quatsch.


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In die „Kanackische Welle“ höre ich mich auch gerade chronologisch zurück und zuletzt war das Thema „Kritisches Weißsein“. Gemeinsam mit Maximiliane Häcke, Josephine Apraku, Friedemann Karig, Jochen Schropp und Ariane Alter diskutieren die Journalisten Malcolm Ohanwe und Marcel Aburakia über Reflexion von Weißsein.


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Wer keinen Bock auf viel Gerede von anderen hat, kann sich zum Thema aber auch den Instagram-Kanal von Apraku mal anschauen, da hat sie insgesamt 31 Reflexions-Fragen an Weiße formuliert, über die man einfach mal so nachdenken kann.

Uuuuund zu guter letzt, was immer geht, ist der Podcast der Formation BLOND, beziehungsweise zwei drittel davon, nämlich Lotta und Nina. Aktuelles Thema: Menstruation!


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MUSIK!!!

Die Ära der geilen Musikvideos ist zurück und auch das ist BLOND zu verdanken. Irgendwie müssen sie an hunderttausende Euro rangekommen sein, um dieses unglaubliche dreistündige Musikvideomonster aufgenommen haben zu können. Dabei sind auch noch hochkarätige Stars, wie KUMMER, Mia Morgan, The Toten Crackhuren im Kofferraum, Zugezogen Maskulin … and many more. „Sanifair Millionär“ ist das „We Are The World“ unserer Generation.


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In Dauerschleife läuft bei mir seit Tagen der Remix von „Da wo du herkommst“. Ursprünglich veröffentlicht hatte den Track SAM, dessen Mitglied Samson Wieland 2018 leider gestorben ist. Nun haben sich Ahzumjot, Booz, Nura, Reezy, Chima Ede, Kelvin Colt und Lary dem Song noch mal angenommen und eine aktuelle antirassistische Hymne geschaffen. Richtig, richtig gut.


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Deutschland-Cringe

Platz 3: Nena im Autokino

Nena hatte letzte Woche bei einem Autokinokonzert eine Moderatorin unterbrochen, die gerade was Nettes über das Publikum sagen, sich bedanken und auf die Hygieneregeln hinweisen wollte. Das Peinliche ist gar nicht das, sondern dass es locker zwei Tage lang unendlich viele Schlagzeilen für diese Lappalie gab, verschiedene Leute Statements abgaben und sich öffentlich entschuldigt werden musste. Na ja, haben wir das auch mal hinter uns gebracht.

Platz 2: #abschlussfeier

„Danke, Frank Steinmeier“ schrieb es plötzlich bis in die eigene Bubble rein. Was war denn da los, waren wir nicht mal Kommunisten? Der Bundespräsident gratuliert Leuten zum Abi und alle möglichen Deutschpromis machen mit. Man denke an die Alpträume 20 Jahre später: Habe geträumt, ich muss noch mal zurück an die Schule, Frank Elstners Gratulation abholen!“ Hölle.

Platz 1: Alle Mallorcadeppen

Ja, was soll man noch zu euch Kinnmaskenheinis sagen? Jetzt gibts die ersten Infizierten, ist doch klar. Reparationen für Mallorca now!

#FreeBritney

Gerade groß ist mal wieder der Hashtag #freebritney. Britney Spears, die seit über 12 Jahren unter der Vormundschaft ihres Vaters steht (was tatsächlich diskutabel ist), soll via Hashtag von ihm und wem und was auch immer noch befreit werden. Unpopular opinion: Ein großer Teil dieses #freebritney-Movements besteht aus Leuten, die Britney selbst die ganze Zeit instrumentalisieren, sich eine 17-jährige Britney zurückwünschen, die den schönen Schein, dessen verdammte Aufrechterhaltung ja das Problem ist, die ganze Zeit glorifizieren, indem sie alte Videos und Bilder im Zusammenhang mit dem Hashtag #freebritney posten, sie ikonisieren (da war alles noch coolio (Nein!)) und sie megaübergriffig analysieren und pathologisieren und sie unter jedem ihrer Postings auf schockierende und ekelhafte Weise belästigen. Chris Crocker hat vor 13 Jahren eigentlich alles gesagt was es zu sagen gibt, und zwar geht das an alle Leute, die Britney ausbeuten: LEAVE BRITNEY ALONE.

Tod ist ein Arschloch

Als „Glee“ im TV lief, war ich „schon“ 20, also zu alt für eine Teenieserie und gerade in der Phase, wo man sich von allem Teeniemäßigen erstmal distanziert, also von Bubblegumpopmusik, High School, Alkopops und so. Zum Glück gab ich das einige Jahre später wieder auf. Mittlerweile bin ich die komische Alte, die sich mit High School Musical, Backstreet Boys und Buffalo-Schuhen identifiziert, aber let me be. Ich zog mir also vor ein paar Jahren „Glee“ rein, alle sechs Staffeln, ist doch klar, und jetzt rewatche ich noch mal alles. Der Anlass ist ziemlich beschissen. Und zwar ist die dritte Protagonistin der Serie gestorben. Nach Cory Monteiths Tod im Jahre 2013 und Mark Sallings Tod 2018 verstarb nun Naya Rivera. Monteiths Tod wurde damals sogar noch in „Glee“ behandelt, mit einer herzzerreißenden Tribute-Folge. Wer „Glee“ nicht kennt: Es geht um ein paar Jugendliche, die zusammen mit ihrem Lehrer in einem sogenannten Glee-Club Musik machen, gegen andere Schulen antreten und ansonsten mit dem ganzen Coming-of-age-Kram zu tun haben. Was „Glee“ besonders macht, ist, dass es immer so ein bisschen drüber ist, teilweise fast schon satirisch, manchmal sogar nervig und zu durcheinander, aber das ist wahrscheinlich das Musical-Ding.

Bis heute höre ich regelmäßig viele der Coverversionen, die in der Serie entstanden sind. Naya Rivera spielte die Rolle der Santana, die typische High-School-Gemeinheit, die intrigiert und mobbt, mit allen Typen anbandelt, dann aber ihr lesbisches Coming Out hat und mit ihrer Freundin Brittany eines der wenigen jungen, lesbischen Paare im amerikanischen Fernsehen ist. Auch sonst geht es viel um Außenseitertum und, hach, ich möchte die Serie jedenfalls in meinem „kann man immer mal reingucken“-Kanon nicht mehr missen.

Anbei meine Lieblingsperformance von Santana aka Naya Rivera, „Songbird“ von Fleetwood Mac:


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Und hier noch eine der früheren Szenen als Beweis, dass das alles wirklich ganz bezaubernd ist. Alle waren noch dabei und die Welt schien in Ordnung.


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Gehe jetzt heulen, Tschüß.

*Sorry, war nur Clickbait.

Was bisher geschah? Hier alle Popkolumnentexte im Überblick.

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„Never Forget – der 90er-Podcast“, Folge 4: Wir schwelgen mit Nilz Bokelberg in Grunge-Erinnerungen
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