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Interview

5 Fragen, 5 Antworten: Search Yiu über sein Debütalbum „ALLES WAS ICH HABE“

Wer viel Zeit in seinem Zimmer verbringt, muss sich zwangsläufig mit sich selbst beschäftigen. Und wer dann noch kreativ ist, lässt andere Leute an diesem Prozess teilhaben.

Sören Hochberg aka Search Yiu hat mit ALLES WAS ICH HABE ein introvertiertes Debütalbum vorgelegt, auf dem er den Zuhörer ganz nah an sich herankommen lässt. Haarscharf seziert der 28-jährige Newcomer aus dem Drangsal-Sizarr-Umfeld sein Innerstes und reflektiert Träume und tief verborgene Ängste. So basslastig und wuchtig seine Musik live aus den Boxen dröhnt, so verletzlich klingt Search Yiu damit auf Albumlänge.

„Würde für dich sterben“ oder „Komme mit dir, wo du hinwillst“ – besonders Amore zieht sich textlich wie ein roter Faden durch die zehn Tracks. Was bei anderen Künstlern ein romantisches Motiv sein könnte, wird hier beinahe zur bedingungslosen Obsession. Eingebettet in progressive Pop- und R’n’B-Produktionen geht Search Yiu der Frage auf den Grund, wo Sehnsucht aufhört und Sucht anfängt.

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Wir haben dem Wahlberliner zum Release fünf kurze Fragen gestellt.

 

Musikexpress.de: „Alles was ich habe“ schwankt zwischen bedingungsloser Liebe und dem Wunsch nach Isolation. Bist du nun eher Einzelgänger oder brauchst du Menschen um dich herum?

Search Yiu: Ich würd‘ sagen, beides. Bei mir schwankt es immer zwischen Tag und Nacht. Tagsüber bin ich sehr social und habe Bock, was zu machen und abends bin ich gerne allein. Dieses bipolare Gefühl wollte ich auch ein bisschen in den Songs rüberbringen.

Das hat mir auch schon Probleme gemacht, aber ich bin dabei, das in den Griff zu kriegen. Dieses „gewollte  Alleinsein“ kommt immer mit Depressionen einher, das muss man richtig lernen.

In deinen Tracks sprichst du über solche persönlichen Themen wie Depressionen und Einsamkeit. Ist es dir schwergefallen, solche intimen Einblicke preiszugeben?

Es war nicht leicht, so direkt darüber zu sprechen. Ich mache ja schon ein paar Jahre Musik und am Anfang gab es da immer Hemmungen und ich dadurch ein bisschen abstrakter erzählt. Später habe ich aber gemerkt, dass man darüber sprechen kann – auch, weil ich es bei anderen Künstlern gut finde, wenn sie authentisch und „real“ sind. Man muss trotzdem lernen, über so etwas zu reden. 



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