Spezial-Abo

Neu im Kino: „5 Zimmer Küche Sarg“, eine Doku über den Fotografen Sebastião Salgado und ein Sozialdrama mit Marion Cotillard

von

Film der Woche:

„5 Zimmer Küche Sarg“

Komödie – Neuseeland, Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi, Darsteller: Jemaine Clement, Taika Waititi, Jonathan Brugh

Schwarzer Humor aus Neuseeland: Die Vampir- Parodie spielt in einer ziemlich nachtaktiven WG.

Die neuseeländische Film-Szene ist übersichtlich. Das weiß man, wenn man als Fan der Folk-Comedy-Helden-Truppe „Flight of the Conchords“ die gleichnamige HBO-Serie von 2007 verfolgte. Das Band-Duo Jemaine Clement und Bret McKenzie, sowie der Stand-Up-Komödiant Rhys Darby bilden den Nukleus des exzentrischen Indie-Kinos Neuseelands. Denn ob bei Hauptrollen in der charmanten Loser-Romantikkomödie „Eagle vs. Shark“, der schwarzhumorigen Mörderfarce „Two Little Boys“, oder bei kleinen Gastauftritten im Horrorspaß „Diagnosis: Death“ – wenn Geek-Humor, Nerd-Ästhetik oder eine Mischung aus beidem gefragt sind, wird das Kleine-Welt-Phänomen der neuseeländischen Filmszene besonders augenfällig. Clement, McKenzie und Darby haben meist die Finger mit im Spiel – oder mindestens einer ihrer Film-, Musiker- oder Autoren-Kumpels ist daran beteiligt. Klar also, dass „ Eagle Vs. Shark“-Regisseur Taika Waititi sowie Clement und Darby auch im kreativen Zentrum der Horrorkomödie „5 Zimmer Küche Sarg“ stehen. Dass sich das Horrorgenre besonders gut für die Dekonstruktion via Mockumentary-Format eignet, bewiesen in der Vergangenheit Filme wie „Mann beißt Hund“ und „Behind The Mask“. „5 Zimmer Küche Sarg“ setzt diese Ansätze konsequent fort, wenn es ein mutiges Kamerateam auf dokumentarischer Mission in die WG der Vampire Petyr, Viago, Vladislav und Deacon entsendet. Quelle des Humors: das Stereotyp des Blutsaugers samt Sonnenlichtaversion und Blutdurst kollidiert mit den Eigenheiten des 21. Jahrhunderts. Ist zwar nicht neu, die Ausführung der Gags sitzt jedoch: Streit um die Verteilung der WG-Aufgaben, Probleme beim Streifzug durch die Nachtclubs („Wir müssen eingeladen werden, sonst kommen wir nicht rein.“) oder die kindische Rivalität in einer Männer-Selbsthilfegruppe aus Werwölfen befinden sich oft auf der Grenze zwischen Satire und purer Albernheit. Als überfällige Genreparodie der jugendlichen Emo-Vampire aus „Twilight“ und „ Vampire Diaries“ und den lasziven Horrorfreizügigkeiten von „True Blood“ ist der Film eine willkommene Abwechslung. ( Text von Gerhard Maier)

AUßERDEM NEU IN DEN KINOS UND MIT EINEM EIN-SATZ-SCHNELLCHECK AUFGEFÜHRT:

DAS SALZ DER ERDE

Bekannte Namen: Wim Wenders

Eine Doku über den brasilianischen Reportage-Fotografen Sebastião Salgado und seine Spuren, die er überall auf der Welt hinterlassen hat.

Gehen wir rein… um sich mit Wenders zusammen vor dem großen Künstler verneigen zu können.

LOVE, ROSIE – FÜR IMMER VIELLEICHT

Bekannte Namen: Lily Collins, Sam Claflin

Erinnert an „Zwei an einem Tag“: Rosie und Alex kennen sich schon Ewigkeiten und können nicht ohne einander. Doch bald müssen sie sich die Frage stellen, ob die Gefühle zwischen ihnen tatsächlich nur freundschaftlicher Natur sind.

Gehen wir rein… um eine schön-schmalzige Romanze für die kälteren Tage parat zu haben.

PRIDE

Bekannte Namen: Bill Nighy, Imelda Staunton, Paddy Considine

1984 will die Gewerkschaft der Minenarbeiter gegen die Schließung ihrer Arbeitsstätten ankämpfen und bekommt dabei unerwartete Hilfe der frisch gegründeten Initiative „Lesbians and Gays Support the Miners“.

Gehen wir rein… um zu sehen wie ernste Historie mit gut gemachtem Humor zusammengeführt wird.

ZWEI TAGE, EINE NACHT

Bekannte Namen: Marion Cotillard

Eine Frau versucht ihren Job zu retten, in dem sie bei den Kollegen an die Türen klopft und darum bettelt, dass diese eine 1000 Euro-Prämie ausschlagen, um so ihre Arbeitsstelle erhalten zu können.

Gehen wir rein… weil Marion Cotillard ein Garant für Qualitätskino ist.


Das sind laut AFI die besten Filme des Jahres 2017
Weiterlesen