Neues im Fall Tupac Shakur: Polizisten hielten die Befragung eines Mittäters für „Zeitverschwendung“

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Der Todestag der HipHop-Legende Tupac Shakur († 13. September 1996) jährt sich zum 25. Mal und noch immer ranken sich Mythen und Rätsel um den genauen Tathergang, der auch Hollywood regelmäßig mit neuen Geschichten versorgt. Dass der Fall bis heute nicht geklärt ist, scheint allerdings auch an fragwürdiger Polizeiarbeit zu liegen. So soll beispielsweise der bekannte Gangster Keefe D, der seine Mittäterschaft bei der Ermordung Tupacs im Grunde selbst gesteht, nie verhört worden sein.

Die Befragung eines sterbenden Mannes sei „Zeitverschwendung“

Seit 2018 spricht Duane Keith Davis alias Keefe D in mehreren Dokumentationen und Interview-Formaten über den Abend am 7. September in Las Vegas, an dem Tupac Shakur in seinem Wagen bei einem Drive-By-Shooting tödlich verletzt wurde. Nach eigenen Angaben befand er sich mit dem Täter (oder den Tätern) im selben Wagen, in dem auch sein Neffe Orlando Anderson (bis heute der Hauptverdächtige in dem Fall) gesessen haben soll. In seinem 2019 erschienenen Buch „Compton Street Legend“ schreibt Keefe D sogar selbst, dass Orlando es war, der den Schuss abfeuerte. Der Grund für seine aktuellen Aussagen ist wohl eine Krebsdiagnose. Letztere soll nach einer internen Quelle, auf die sich „The U.S. Sun“ bezieht, auch der Grund sein, warum Keefe D nicht von der Polizei befragt wird. Hierbei sei wohl das Risiko zu hoch, dass Keefe D während der Fallaufarbeitung stirbt. Außerdem würde der Prozess nur unnötig Steuergelder verbraten und viele Arbeitsstunden kosten.

Um es einfach zu sagen, eine kriminelle Untersuchung um einen sterbenden Mann voranzutreiben, ist eine Verschwendung von Zeit und Steuergeldern und hat eine geringe Aussicht auf Gerechtigkeit. Außerdem gibt es keine Garantie, dass Keefe mit den Beamten über die Nacht auf Tonband spricht, oder dass er nicht einfach behauptet, sein Buch sei fiktional, um die Verkaufszahlen zu erhöhen (…) Einen 25 Jahre alten Fall aufzuarbeiten, nur weil es hier um Tupac geht, wäre eine Scheiß-Arbeit für jeden Polizeibeamten (…) Die traurige Wahrheit ist, dass alle Schlüsselfiguren in dieser Tragödie entweder dasselbe Schicksal wie Tupac erlitten oder sich dem Gangster-Code verschrieben haben, niemals mit der Polizei zu reden.

 

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Ein ehemaliger Detective ist empört über den Umgang mit Keefe D

Einer, der sich seit Jahren für die strafrechtliche Verfolgung von Keefe D einsetzt, ist der Autor und ehemalige Detective Greg Kading, der für seine Ermittlungen in den Mordfällen Tupac Shakur und Biggie Smalls bekannt ist. Im Jahr 2009 bekam Kading bei seinen Nachforschungen ein aufgezeichnetes Geständnis von Keefe D in die Hände, dass allerdings aufgrund eines „Deals“ mit der Polizei vor Gericht nicht verwendet werden konnte. Dass die Polizei von Las Vegas im Fall Keefe D untätig bleibt, sei für ihn unverständlich, insbesondere in Anbetracht der Aussagen in dem Buch des Gangsters. Gegenüber der „Sun“ sagte er: „Er hat zugegeben, dass er die Glock-Schusswaffe für Orlando besorgt hat. Sein Geständnis, das bestätigt wurde, reicht mehr als aus, um ihn zu verhaften und den Fall zu lösen und eine ungelöste Untersuchung endlich abzuschließen. Die Polizei von Las Vegas sollte ihn festnehmen.“

Keefe D gestand seine Mittäterschaft mehrere Male in der Öffentlichkeit

Keefe D sorgte mit seinen Aussagen 2018 für Aufsehen, nachdem er einen Auftritt in der Netflix-Dokumentation „Unsolved“ hatte. Damals gab er an, dass er aufgrund seiner Krebsdiagnose nichts mehr zu verlieren habe, weshalb er nun „offen“ über die Tat sprechen könne. Wegen eines „Street Codes“ nannte er allerdings keine konkreten Namen. Angesichts der eindeutigen Komplizenschaft von Davis, empörte sich auch der ausführende Produzent der Serie, Kyle Long, über die Untätigkeit der Polizei. Bis heute wiederholte der Gangster seine Aussagen bei mehreren Interviews mit VLADTV. Hier sagte er, dass er Reue empfinde und entschuldigte sich bei Tupacs Mutter für den Verlust ihres Sohnes. Vor Kurzem setzte er sich für den YouTube-Kanal „The Art of Dialogue“ wieder vor die Kamera und sprach über das Attentat, wobei sich seine Aussagen mit den Angaben in seinem Buch zum Teil widersprechen.

 


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