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Open Source Festival 2015: Woodstock-Feeling auf der Galopprennbahn


Dass sich das Open Source Festival in Düsseldorf zu einem fest etablierten Ereignis in der zunehmend größer und unübersichtlicher werdenden Festivallandschaft entwickelt hat, steht außer Frage. Schließlich findet die sympathische Outdoor-Veranstaltung auf dem Gelände der Grafenberger Galopprennbahn in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Zum runden Geburtstag beschenkten die Veranstalter sich und das Publikum gleichermaßen mit dem Booking eines exquisiten Line-Ups – darunter, neben vielen ausgewählten Nachwuchskünstlern aus der Region und lokalen Szenegrößen wie Tolouse Low Trax alias Detlef Weinrich von Kreidler, auch Metronomy, Death Cab For Cutie, Future Brown und Kakkmaddafakka. Die Folge ist in diesem Jahr ein restlos ausverkauftes Festival.

Die entspannte, beinahe familiäre Atmosphäre durch den kleinen Rahmen bleibt trotzdem jederzeit bestehen. Überall lockt es einen, sich niederzulassen, auszuruhen und zu entspannen, wobei sich Künstler und Publikum mitunter auch schon mal vermischen. So ist die kleine Young Talent Stage nicht mehr als eine kleine, fast notdürftig überdachte Bühne, wo sich auf den umliegenden Treppen die Zuhörer beinahe wie in einem Amphitheater versammeln. Dort überzeugt vor allem die musikalische Vielfalt: instrumentaler Post Rock steht dort genauso auf dem Programm wie Electro-Soul mit kreativem Sampling-Einsatz oder anspruchsvoller Indie-Prog.

Letzterer stammt von Darjeeling aus Wuppertal, deren Keyboarder und Sänger Fabian Reinkenhoff barfuß auftritt. Das Quartett überzeugt mit einem tollen Sound, der zwar mit Retroklängen à la Pink Floyd arbeitet, doch zeitgenössische Einflüsse ebenso wenig scheut. Ein starker, mitreißender Auftritt mit dem wahrscheinlich besten Satzgesang des ganzen Festivals. Auch Shipwrecks, die das Programm auf der „Mikado-Bühne“, benannt nach dem ungewöhnlich designten Dach, um 14:45 Uhr eröffnen, überraschen im positiven Sinne. Dass lieblich-zarter bis heftig krachender Post Rock, der mitunter Assoziationen mit Godspeed You! Black Emperor oder Caspian wachruft, bei strahlendem Sonnenschein funktioniert, hätte man nie für möglich gehalten. Nun weiß man es – und nicht zuletzt wegen solcher Erlebnisse lohnt sich ein Besuch auf dem Open Source.



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