Ark Noir Tunnel Visions


Enja/Yellow Bird/Edel (28.6.)

Bei jeder elektronisch induzierten neuen Kurve, die der Jazz aktuell nimmt, steht immer gleich eine Frage im Raum: London oder Chicago? Die Avantgarde des Jazz scheint sich gerade zwischen den beiden Hotspots aufzuteilen. Die Musiker auf diesem Album sind Absolventen der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in München, mit Erfahrungen in Bigbands und Jazzorchestern, einige unter ihnen Echo-Jazz-Gewinner.

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Sie entwickeln ihre Stücke aus kollektiven Improvisationen und haben sich mit diesem Debüt ein Stück weit in die Phalanx der Briten und Amerikaner gespielt. Ark Noir demonstrieren auf den neun Tracks einen Hang zur Tondichtung, sie gestalten Klanglandschaften aus ambienten Flächen, kurz aufflackernden elektronischen Motiven und befinden sich nach ein paar Minuten auf einem dystopischen Dancefloor, den Moritz Stahl auf langen, gewundenen Saxofonbahnen in einen Sci-Fi-Soundtrack schickt.

Ambitioniert ist das Programm der Münchener allemal, es hat auf TUNNEL VISIONS aber vor allen Dingen auch Synthie-Passagen, die Spannungsbögen vermissen lassen. Ihren stärksten Moment hat die Band, wenn sie einen Track melodisch und rhythmisch durcheinanderwirbelt und nach zwei Minuten mit einem trockenen Saxbeat die Sache stoppt und noch einmal von vorne anfängt („Arkomplex“). Ganz großartig funktioniert auch der Tanz, den Ark Noir mit Sängerin Hannah Weiss zwischen R&B und Jazz im schwebenden Stück „Weightless“ hinlegen.

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