Lil Uzi Vert Luv Is Rage 2


Generation Now/Atlantic (VÖ: 25.08.)

Zunächst ein paar Klischees: Lil Uzi Vert kann man nur verstehen, wenn man 15 Jahre alt ist. Lil Uzi Vert wird in drei bis vier Wochen maximal noch als Fußnote eines längst vergangenen Phäschens namens Soundcloud-Rap eine Rolle spielen. Und, das Lil-Uzi-Vert-Klischee unter den Lil-Uzi-Vert-Klischees: Lil Uzi Vert ist gar kein Rapper, sondern so etwas wie ein Rockstar.

Hier endet die gängige Rezeption des 23-jährigen Über-Überfliegers aus Philadelphia. In Wahrheit hat Lil Uzi Vert schlicht neu definiert, was so als Kernkompetenz eines Rappers zu gelten hat. Sich geile Melos ausdenken zum Beispiel. Gute Wörter cool aussprechen. Oder, das an allererster Stelle, eine emotionale Reaktion beim Publikum hervorrufen – seien es Mitgefühl oder monströse Moshpits.

Auf seinem Major-Debüt „Luv Is Rage 2“ führt er all das zur Meisterschaft. „The Way Life Goes” ist Emo-Synth­pop mit gefühlt sechs Hooks. „444+222” und „Sauce It Up” sind radikale Banger aus der Zukunft. Und „Feelings Mutual” ist eine Hose-Runter-Hymne von physisch schmerzhafter Ehrlichkeit. Zur Abrundung gibt es noch einmal den großen Hit „XO Tour Llif3” sowie Star-Features von Pharrell und The Weeknd. Fast überflüssig: „Luv Is Rage 2“ wäre auch so ein Spektakel gewesen.

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