SG Lewis Times


Virgin EMI/Universal (VÖ: 19.2.)

von

Das ist wohl das, was man einen Hype nennt: Pharrell Williams spricht von ihm als einem „weißen Boy mit Soul“, der „Guardian“ nennt ihn den „Produzenten du jour“, und Robyn schwärmt, schon lange hätte kein Beat sie mehr so zum Tanzen gebracht, wie SG Lewis es nun tut. Und das sagt die Frau, die 2010 mit „Dancing On My Own“ den wohl emotionalsten und besten Tanzbodenkracher der letzten Dekade geschrieben hat.

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Robyn ist freilich gleich mit von der Partie auf dem Debütalbum TIMES von SG Lewis, wie auch Disco-Funk-Legende Nile Rodgers (von Chic, logo), der ja im Grunde mit allen Großen mal was machte, von David Bowie über Mick Jagger bis zu Madonna und Lady Gaga. Robyn und Rodgers (der seine Signaturgitarren spendiert) also, krasses Feature-Line-up fürs Debütalbum eines 26-Jährigen aus Reading, allerdings hat der gute SG Lewis seit 2015 auch schon fünf EPs rausgehauen und ist, spätestens seit Disclosure zu seinen Fans zählen, eine sichere Bank.

Also, was ist dran am Hype? Die Sounds von SG Lewis, sie sind nicht übermäßig kompliziert, aber sie klingen veredelt und sie gehen in die Schenkel. Dass sich das vom seelenlosen Stangenwarensound abhebt, wie er in Fitnessstudios zur Motivation rauf- und runtergenudelt wird, hat sicher damit zu tun, dass SG Lewis im Grunde seines Harmonieherzens ein melodischer Midtempo-Melancholiker ist, ein Soundseelenverwandter von James Blake und Bon Iver – dass er andererseits aber auch eine starke Affinität für HipHop, also auch Rhythmik mitbringt, die knallt.

Am besten zusammen findet all dies im Highlight- Track „Impact“, wo Robyn gekonnt die Dancefloor-Sirene gibt und Rapper Channel Tres in seinen Vocals perkussiv kontert. Wem 2020 ENERGY von Disclosure gutgetan hat, der wird auch mit SG Lewis glücklich. Ein paar Jungs muss es ja auch geben, die uns neben all den tollen Frauen (Kylie, Róisín Murphy etc.) Discobeine machen. Dieser Groove macht geil.

„TIMES“ im Stream hören:


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