Spezial-Abo

Streaming-Tipps

International Transgender Day of Visibility: Diese trans* Schauspieler*innen glänzen in ihren Rollen

von

Geschichten über trans* Menschen erzählt die Industrie schon lange: „Transparent”, „The Danish Girl”, „Dressed to Kill”, „Girl” – die Liste ist gar nicht mal so kurz. Was Hollywood und anderen Filmfabriken aber immer noch mehr als schwer fällt: Geschichten mit trans* Menschen erzählen. Deshalb wollen wir zum heutigen „International Transgender Day of Visibility” (31. März) großartige Schauspielleistungen von trans* Schauspieler*innen ins Scheinwerferlicht rücken.

„Tangerine L.A.” (2015)


Sean Bakers „Tangerine L.A.“ hat in der breiten Medienöffentlichkeit vor allen Dingen aus einem Grund für Aufsehen gesorgt: Der Film ist komplett mit drei iPhones (damals auf dem Modell 5S) gedreht worden. Dabei liegt die eigentliche Wirkmacht des Films in seiner Hauptdarstellerin Kitana Kiki Rodriguez. Rodriguez spielt die Rolle einer Transgender-Prostituierten, die nach einem knappen Monat im Gefängnis zurück auf den Straßen von Los Angeles landet und feststellen muss, dass sie von ihrem Freund und Zuhälter betrogen worden ist.

Es folgt ein berauschender Ritt durch die Drogen- und Prostituierten-Szene von Los Angeles, der keine Zeit zum Durchatmen lässt und aufgrund seiner Bilder aus der wortwörtlichen Hosentasche eine im Spielfilm bisher kaum erkundete Form der Ästhetik entstehen lässt.

Beim Streaming-Portal der deutschen Bibliotheken Filmfriend und Mubi im Abo sowie bei zahlreichen VOD-Plattformen zum Leihen verfügbar.

„Orange Is the New Black” (2013-2019)


Sophia Burset ist eine trans* Frau und sitzt wegen Kreditkartenbetrugs im Knast. Auf die schiefe Bahn geriet sie, um Hormontherapien und geschlechtsangleichende Operationen zu bezahlen. Hinter Gittern wird immer wieder ihr Geschlecht infrage gestellt. Transphobie bricht sich nicht nur auf Seiten ihrer Mitinsassinnen, sondern auch bei der Gefängnisleitung bahn. So ist ihr Alltag in großen Teilen von Hass, verwehrten Medikamenten und dem Gefühl ständiger Gefahr geprägt.

Der Charakter Sophie Burset wirkt auch deshalb so authentisch, weil er von Laverne Cox verkörpert wird, die zweifelsohne eine ganze Reihe an persönlichen Erfahrungen mit in das fiktive Frauengefängnis bringt. Für diese Leistung wurde sie 2014 als erste trans* Person überhaupt für einen Emmy-Award nominiert und stand auch 2017, 2019 und 2020 auf der Liste. Jedoch konnte sie bisher keine der begehrten Trophäen mit nach Hause nehmen.

Bei Netflix im Abo sowie auf zahlreichen VOD-Plattformen zum Kaufen verfügbar.

„Into the Forest” (2015)


In der nahen Zukunft legt ein massiver Stromausfall den gesamten amerikanischen Kontinent lahm. Irgendwo fernab der Stadt leben mitten im Wald die beiden Teenager*innen Nell (Elliot Page) und Eva (Evan Rachel Wood) zusammen mit ihrem Vater. Doch als dieser stirbt, beginnt für die beiden ein intensiver Überlebenskampf in einer Welt, in der nicht alle Bewohner*innen auf Zusammenhalt aus sind.

„Into the Forest” ist ein Film über Familie, Selbstfindung, Emanzipation und geschwisterlichen Zusammenhalt. Er bricht mit konservativen Rollenbildern und schafft gleichzeitig einen gelungenen Genre-Mix aus Thriller, Horror und Coming-of-Age-Drama.

Bei zahlreichen VOD-Plattformen zum Leihen und Kaufen verfügbar.

„Sense8” (2015-2018)


Die Netflix-Serie zollt trans* Menschen auf gleich mehreren Ebenen Tribut. Zunächst ist diese Science-Fiction den visionären Köpfen der Wachowski-Schwestern Lana und Lilly entsprungen. Lana hat für die Serie mit Hacktivistin Nomi Marks die erste offene trans* Rolle ihrer Karriere geschrieben und dafür aus den Erfahrungen ihrer eigenen Transition geschöpft. Verkörpert wird Nomi Marks von der Schauspielerin Jamie Clayton, die wiederum selbst transgender ist.

Bei Netflix im Abo verfügbar.

„Disclosure – Hollywoods Bild von Transgender” (2020)


Wer mehr über trans* Menschen in Hollywood und den Umgang mit ihnen wissen will, dem sei die sehr gut besprochene Netflix-Doku „Disclosure” ans Herz gelegt. Darin kommen neben vielen anderen die bereits oben erwähnten Laverne Cox, Lilly Wachowski und Jamie Clayton zu Wort. Kritiker*innen, wie die Kolleg*innen von Queer.de, loben „die stets klare und präzise und selbst in der Bitterkeit der Befunde warmherzige Analyse.”

Bei Netflix im Abo verfügbar.


Nach „Concrete Cowboy” bei Netflix: 5 Tipps zum Abtauchen in die Subkultur
Weiterlesen