Aktuelle Ausgabe

ME-Gespräch mit Jeff Mills: "Der DJ ist der Wissenschaftler"

Für unsere Dezember-Ausgabe haben wir Jeff Mills zum ME-Gespräch gebeten. Lest hier einen Auszug aus unserem Interview.

Jeff Mills begann seine DJ-Karriere 1987. Vor 20 Jahren hat er dann das Label Axis Records gegründet. Bei der Aufarbeitung der Vergangenheit verliert der Detroit-Techno-Pionier aber nicht die Zukunft aus dem Blick. Ein Gespräch über Musik, die Teil eines Gesamtkunstwerks sein will. Das Interview führte Albert Koch. Lest hier einen Auszug:

Albert Koch: Ich erinnere mich an Zeiten, in denen die DJs keine Tracks spielen durften, die älter als zwei Wochen waren.

Jeff Mills: (lacht) Richtig. Ich fühle mich ganz wohl bei dem Wissen, dass Techno eine zeitlose Qualität besitzt. Wenn ich älter werde, gibt es vielleicht immer noch einen Platz für mich, mit 80 oder 90. Die Atmosphäre, in der die Musik im Allgemeinen gespielt wurde, spielt bei dieser Betrachtung eine wesentliche Rolle. Jazz, Rock’n’R oll und Klassik werden hauptsächlich an Orten gespielt, die eine jenseitige Atmosphäre simulieren. Techno hat unterbewusst immer den Weltraum simuliert. Die Clubs sind immer dunkel, die Lichter in Primärfarben sind immer an der Decke angebracht, sie blinken immer. Es ist eine Atmosphäre, in der du dich verlieren sollst. Mit riesigen Soundan­lagen werden die Körper penetriert. In diese abnormale Atmosphäre wird sich die Menschheit bewegen: den Weltraum. Deshalb sind mir Themen wie Raumfahrt so wichtig. Weil ich weiß, dass unter allen Genres Techno die Chance hat, der Soundtrack zu all dem zu sein.

Daher kommt ja auch die elektronische Musik. In den Siebzigern ging es um Futurismus und Weltraum. Auf alten Fotos sieht Karlheinz Stockhausen aus wie ein Wissenschaftler, nicht wie ein Musiker.

Das ist immer noch so. Selbst im engsten Club-Sinn. Der DJ ist der Wissenschaftler, der an seinen Reglern und Knöpfen herumdreht und die Menschen durch diese abnormale Atmosphäre führt. Und je mehr sich die Technik weiterentwickelt, desto abenteuerlicher und extremer wird es werden. Wenn du zum Beispiel Tracks nach Planeten und Monden nennst, werden sich die Leute irgendwann daran erinnern. Das ist eine kleine Chance, da weiterzumachen, wo die Pädagogik aufgehört hat. (lacht) Wenn wir das Gefühl haben, mehr über den Weltraum wissen zu wollen, könnte Techno dabei hilfreich sein.

>>> Das vollständige ME-Gespräch findet ihr in der aktuellen Ausgabe.



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