10 Thesen zum Hörverhalten – These 10: Alles wird gut!

von

Wie hören wir in Zukunft Musik? Wird es noch Plattenläden geben? CDs? Vinyl-LPs? Wie kann es Bands gelingen, Geld zu verdienen? Und warum wird das Album zum Schmuckstück? Unsere Experten Alan McGee (Gründer des Labels Creation und 359 Music), Scott Cohen (Gründer des Musikvertriebs The Orchard), Andy Chen (Chef des Streaming-Dienstes WIMP) und Tom Silverman (Gründer des Labels Tommy Boy) wagen einen Ausblick.

These 10: Alles wird gut!

Scott Cohen ist nicht nur einer der Pioniere des digitalen Musikvertriebs, sondern auch Bandmanager von den Dum Dum Girls und The Raveonettes. Er kennt die Nöte der mittelgroßen Indie-Acts, die ganz gut im Geschäft sind, von Verkaufszahlen in Millionenhöhe aber nur träumen können. „Ich habe die Kritik von Grizzly Bear sehr aufmerksam verfolgt. Gute Band übrigens.“

Doch dann kommt das Aber: „Was haben Bands früher gejammert, wenn sie auf Tour in Deutschland waren, ihre Platten aber nicht in den Plattenläden in München, Köln oder Hamburg zu haben waren. Und was haben die kleineren Labels gestöhnt, wenn sie von der LP eines hoff nungsvollen Acts zu viele Exemplare gepresst hatten und diese zurücknehmen mussten.“

Die Zukunft kennt diese Sorgen nicht: Die Musik ist da – und die Bereitstellung kostet kaum Geld. Wer sich auf die digitale Kommunikation versteht, dem steht der Weg in die Herzen der Fans off en. Und zwar nicht nur in der Heimatstadt, sondern weltweit. „Diese neue Chance ist atemberaubend“, sagt Scott Cohen. Für ihn ist es nicht verwunderlich, dass viele Bands, die sich nach dem Goldrausch in den 1990er-Jahren aufl östen, heute wieder dabei sind. Damals verloren sie ihre Verträge und legten ihre Karriere desillusioniert auf Eis. Heute spüren sie, wie einfach es ist, die alten Fans zu erreichen – und zwar ohne große Company im Rücken.

Es ist kein Zufall, dass viele Altvordere im Jahr 2013 nach jahrelangen Pausen endlich neue Aufnahmen veröffentlichten: Pixies und Prefab Sprout. Mazzy Star und My Bloody Valentine. Sebadoh und The Replacements. Für diese Bands klingt die Zukunftsmusik verlockend. Und was den alten analogue natives gelingt, sollte doch für die jungen Bands kein Problem sein.



Endlich normale Leute: Paulas Popwoche im Überblick
Weiterlesen