Deichkind

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    Deichkind traten ihre Karriere als reine Rap-Combo an und stießen bei ihren ersten Konzerten auf große Ablehnung. Optisch distanzierten sie sich von gängigen Klischees und setzten auf einen ironischen Text-Stil. Nach kleineren Hits folgte 2005 mit „Electric Super Dance Band“ der Stilbruch zum selbstdefinierten „Tech-Rap“, der Deichkinds kommerziellen Durchbruch bedeutete. Die Songs „Remmidemmi“ (2006) und „Leider Geil“ (2012) zählen zu ihren größten Erfolgen und etablierten sie als eine deutsche Kultband.

    Kryptic Joe (Phillipp Grütering, MC, Beats) und Malte Pittner (MC) gründeten 1997 in Hamburg die Band Deichkind. Buddy Inflagranti (Bartosch Jeznach, MC, Beats), DJ Phono und Produzent Sebastian „Sebi“ Hackert, der die Band live unterstützte, stießen erst 1999 hinzu und komplettierten das Line-Up. Entgegen der damaligen Hip-Hop-Szene traten Deichkind ohne Mützen und Kapuzenpullover auf und fielen mit ironischen Inhalten derart negativ auf, dass sie auf ihrem ersten Konzert, laut eigenen Aussagen, mit Tomaten beworfen wurden. Mit ihrem Song „Kabeljau Inferno“ gelang ihnen 2000 dann aber doch ein erster kleinerer Erfolg, der sie über die Grenzen Hamburgs bekannt machte.

    Im selben Jahr arbeiteten Deichkind erstmals kollaborativ und nahmen mit der Rapperin Nina den Song „Bon Voyage“ auf, der bis auf Platz 11 der deutschen Single-Charts stieg. Ihr Debüt „Bitte ziehen Sie durch“ platzierte sich daraufhin unter den Top 20 der Album-Charts. Der Nachfolger „Noch fünf Minuten, Mutti“ mit der Single-Auskopplung „Limit“  konnte 2002 an diesen Erfolg anknüpfen.

    Beim Bundesvision Songcontest 2005 traten Deichkind mit dem Song „Electric Super Dance Band“ an und präsentierten einen vollkommen neuen Stil, der schnell zu ihrem Markenzeichen wurde und den sie selbst als Tech-Rap bezeichnen: Die ironischen, teilweise auch grotesken Texte wurden nun durch schnelle, elektronische Beats begleitet, die sogar Punk-Einflüsse integrierten. Ihre Bühnen-Shows wurden zeitgleich mit Klarsichtfolien, Plastiksäcken, Knicklichtern sowie Klebeband konzeptionell daran angepasst. Mit dem Song „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ landeten Deichkind einen Hit und avancierten zum Vorreiter des elektronischen Hip Hops, der viele Rap- sowie auch Elektro-Künstler inspirierte.

    Nachdem Malte Pittner und Buddy Flagranti Deichkind verließen, stieg 2008 Ferris MC in die Band ein, der dann ab dem Album „Arbeit nervt!“ die erfolgreichste Karrierephase von Deichkind mitgestaltete. Gemeinsam überstanden sie eine ernste Krise, als 2009 der Produzent Sebastian Hackert starb. Deichkind veröffentlichten nach einem ersten Theaterstück „Deichkind in Müll – eine Diskurs-Operette“ (2010) ihr bis dahin erfolgreichsten Album „Befehl von ganz unten“ (2012), das nicht nur Platz Zwei der deutschen Charts erreichte, sondern über das Internet auch eine multi-mediale „Leider Geil“-Trendwelle auslöste.


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