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Review

„Chilling Adventures of Sabrina” auf Netflix: Total gelangweilt

Es ist fast Mitternacht am Abend des 31. Oktobers, irgendwann in den – leicht überzeichneten – Sechzigerjahren, und über dem US-Kleinstädtchen Greendale geht gerade der Blutmond auf.

Es ist auch Halb-Hexe Sabrina Spellmans sechzehnter Geburtstag, und tja, jetzt muss sie sich entscheiden: Geht sie zu einer Halloween-Party oder zu ihrer „Dark Baptism” (dunklen Taufe), die sie zu einer vollständigen Hexe machen würde? Gibt sie ihre Sterblichkeit (und damit alle ihre Freunde, und – noch herzzerreißender – ihren Freund) auf und schreibt ihren Namen in des Teufel’s böses Buch? Gibt sie ihre magischen Kräfte auf oder verkauft sie ihre Seele an den „dunklen Lord” (Nicht die einzige Harry-Potter-Referenz dieser Serie)?

Sabrina entscheidet sich nicht vollständig für eine Seite, bleibt also Halb-Hexe und wechselt zwischen zwei Leben. Bezeichnend für einiges, was an der neuen Netflix-Serie „Chilling Adventures of Sabrina” falsch läuft.

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Die Serie soll in das alljährlich von Kino, Fernsehen und natürlich auch Netflix geschnürte Horror-Paket passen, dass pünktlich zu Halloween geschnürt wird. Doch schafft es „Chilling Adventures of Sabrina“ mit seinen Quirky-Sixties-Wes-Anderson-Farbschemata auf den ersten Blick nicht einmal optisch, erschreckend zu wirken. Gruselig ist eher, wie Netflix es immer wieder schafft, die anscheinend typischen Teenager-Probleme (die eigene Sexualität, die Akzeptanz der eigenen Sexualität durch die Mitschüler, die Sexualität der Mitschüler) nicht wie in jedem beliebigen Coming-Of-Age-Drama breitzutreten, und es gerade damit trotzdem tut. Wenn Highschool-Hexen die fiesen Prolls aus dem Football-Team via Magie zum Knutschen zwingen und Fotos davon ausstellen, dann ist das kein Empowerment für die LGBTQ-Community, sondern schlichtweg plump.

Den Teufel vor Gericht ziehen

Die Horror-Elemente in „Chilling Adventures of Sabrina” sind opulent inszeniert (weil Netflix-Geld), aber trotzdem langweilig – nicht zuletzt, weil sowieso klar ist, dass Sabrina und ihren Freunden überhaupt nichts passieren kann und wird. Sogar Sabrina selbst weiß scheinbar, dass sie vor nichts Angst haben muss: Mit kühlem Kopf hopst sie mühelos über jedes Hindernis, das ihr entgegengestellt wird (zum Beispiel fiese Mitschüler), so, wie es halt kommt: episodenweise.

Nicht ein Härchen wird der Teenager-Hexe gekrümmt, während sie doch tatsächlich versucht, gegen den Teufel persönlich – in Gestalt eines Ziegenmannes – vorzugehen: Mit Magie, aber tatsächlich auch juristisch.

Das einzig wirklich Schöne an dieser Serie, die weder ganz Supernatural-Horror noch ganz Teenage-Dramedy sein will, ist das Intro. Angelehnt an diverse Marvel-Klassiker ist der Vorspann von „Chilling Adventures of Sabrina” im Stil der Archie-Comic-Reihe gezeichnet. Kein Zufall: Ist der Showrunner der Netflix-Serie, Roberto Aguirre-Sacasa, doch nicht nur Autor der „Sabrina”-Comic-Serie, sondern auch schon an diversen Marvel-Comics beteiligt gewesen.

Fans der Serie „Sabrina – Total Verhext” aus den 90ern werden ob des fehlenden Nostalgie-Faktors enttäuscht sein, Fans der Netflix-Serie „Riverdale”, deren seit Januar 2017 bereits dritte (!) Staffel gerade in den USA ausgestrahlt wird, vielleicht entzückt. Riverdale und das Städtchen Greendale, in der „Chilling Adventures of Sabrina” spielt, sind in der Archie-Comic-Welt gleich nebeneinander, Crossover-Episoden (wie in den Comics) sind also nicht ausgeschlossen.

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