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Dimitri Hegemann: Der Tresor-Vater, der Raum zum Experimentieren schafft



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Der Tresor ist geliebter Anlaufpunkt, nahezu überranntes Kulturgut Berlins für alle Raver, Bass-Junkies und Menschen, die nicht genug bekommen können vom Techno. Der Mann, der damals mehr sah als ein leeres Heizkraftwerk, ist Dimitri Hegemann. Er blickte hinter das kalte Gemäuer und dachte weiter als alle anderen. Was entstand, war der Tresor. Das war 1991.

Heute ist der Club in der Köpenicker Straße weltbekannt und Touris rennen ihm genauso wie Hipster und alteingesessene Techno-Tänzer die Tore ein. Hegemann ist immer noch eine Hauptfigur in der Technoszene und sammelte im Laufe der Jahre eine Tonne an Erfahrungen. Denn was viele nicht wissen: Hegemann ist nicht nur Tresor-Vater und Techno-Pionier, sondern gleichzeitig auch Gründer des Plattenlabels „Tresor Records“. Das Label knüpfte von Beginn an sein Netz bis ins amerikanische Musik-Mekka Detroit, verlegte bald viele Künstler aus der verschlafenen Stadt mit Sperrstunde. Hegemann gründete nicht nur eins der in Deutschland größten Indie-Labels, sondern leitete den Detroit Techno in die richtige Spur.

Der Tresor in Berlin war mal ein altes Heizkraftwerk.
Der Tresor in Berlin war mal ein altes Heizkraftwerk.

Bevor der Querdenker aber im Techno herumwühlte, hatte er seine Finger im New Wave und zupfte die Bass-Seiten bei „Leningrad Sandwich“. Da war er bereits Student der Musikwissenschaften in der Hauptstadt. Dann hatte er das Avantgarde-Festival „Berlin Atonal“ von 1982 bis 1990 unter seiner Fittiche genommen und stellte Einstürzende Neubauten und Malaria! auf die Bühne. Nonkonforme Bands, die in Westberlin im SO36 gegen die Mauer schrieen.

Aus dem nordrhein-westfälischen Dorfjungen wurde ein Student in Münster und dann in Berlin. Aus dem Student, der für musikwissenschaftliche Vorlesungen brannte, wurde ein erfolgreicher Kulturmanager. Der Tresor eines seiner vielen Projekte, aber definitiv sein berühmtestes.

Ein Tresor voller neuer Ideen

Heute hat Hegemann viele neue Konzepte im Kopf. Darunter einige Restaurants. Auch dabei: Verantwortung übernehmen. Sein vielleicht wichtigstes Projekt „Happy Locals“ bietet Jugendlichen in kleinen Gemeinden eine Plattform zum Ausprobieren, Entdecken und Kreativwerden. Der Tresor-Vater hätte seine kleine Heimat nämlich damals eigentlich nicht verlassen. Aber ihm war das alles zu leer, zu still, zu tot. In Berlin definitiv anders.

Der Telekom Electronic Beats Podcast, den Ihr hier hören könnt, fängt Hegemanns Erfahrungen durch zahlreiche Projekte und Erzählungen vom Untergrund und der Kreativwirtschaft, vom Sound Berlins ein. Und er erklärt, warum junge Menschen ohne Platz zum Experimentieren die Flucht in aufregende Städte voller Möglichkeiten antreten.

Kraftwerk Berlin Kraftwerk Berlin

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