Lars von Trier und Nicolas Winding Refn werden wohl keine Freunde mehr

Seit einiger Zeit pflegen die dänischen Ausnahme-Regisseure Lars von Trier („Antichrist“) und Nicolas Winding Refn („Drive“) eine Privatfehde, die immer mal wieder in gegenseitigen Beleidigungen ausartet. Schade eigentlich, denn was die beiden Filmemacher aushecken könnten, wenn sie zusammenarbeiten würden, mag man sich kaum vorstellen.

Nun hat Lars von Trier einen seiner Lieblingsfeinde mal wieder in einem Interview beleidigt. Von einem Reporter des dänischen Magazins Soundvenue auf Refn angesprochen, sagte von Trier, dass dieser „ein Opportunist sei. Und zwar auf eine unangenehme Art und Weise“. Auch habe von Trier dessen jüngste Filme wie „The Neon Demon“ gar nicht erst angeschaut. Refns Film „Pusher“ mochte von Trier dennoch, er ließ sich sogar zu der Aussage herab, dass sein dänischer Berufskollege Talent habe.

Nicolas Winding Refn mit seiner Darstellerin Elle Fanning.

Die Regisseure sind im Streit, seit Lars von Trier 2011 mit unangebrachten Kommentaren zu Adolf Hitler und dem Zweiten Weltkrieg für Aufsehen sorgte. Von Trier sprach auf einer Pressekonferenz davon, dass er „Mitleid mit dem im Bunker sitzenden und auf das Ende wartenden Hitler“ habe. Er wurde nach den Aussagen vom Festival ausgeschlossen, die französische Justiz ermittelte ebenfalls.

Nicolas Winding Refn hatte sich einen Tag nach dem Vorfall abfällig über von Trier geäußert. „Er wird alt und sein Humor ist mittlerweile etwas lästig“, sagte Refn zu von Triers Äußerungen. Dieser hatte sich wohl mehr Hilfe von seinem Kollegen erwartet.

Die Fehde der Regisseure kam auch zuletzt in Cannes wieder auf. Refn behauptete, dass von Trier sich an dessen Frau rangeschmissen habe. Dazu hat er sich über von Triers Drogenkonsum ausgelassen und die These aufgestellt, dass der „Melancholia“-Regisseur seinen Zenit überschritten hätte.

Ob das stimmt, werden wir 2018 sehen. Dann bringt Lars von Trier seinen vielleicht letzten Film, den ultrabrutalen Thriller „The House that Jack Built“ in die Kinos. Refn arbeitet derweil an einer Serie für Amazon Prime.

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