Neu im Kino: Jason Statham, James Franco, Benno Führmann und jede Menge Arthaus-Perlen

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Film der Woche: „Homefront“

Action – USA 2013, Regie: Gary Fleder, Darsteller Jason Statham, James Franco, Winona Ryder

Viel hat man uns zugemutet in der vergangenen Woche. Denn mit dem „Wolf Of Wall Street“, „12 Years A Slave“ und „Nebraska“ sind insgesamt 20 Oscar-Nominierungen gleichzeitig ins Rennen gegangen. Überwiegend auch noch in Überlänge, an den Spätfolgen der Übersättigung laborieren wir immer noch. Vorhang auf deshalb für unsere Lieblingskampfmaschine Jason Statham, dem für das deutsche Poster-Artwork zu „Homefront“ dankenswerterweise die US-Flagge aus dem Rücken retuschiert wurde, obwohl der Actioner so richtig proamerikanisch eigentlich gar nicht ist.

Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass Drehbuchautor Sylvester Stallone den Stoff ursprünglich für ein weiteres Sequel zu seinem desillusionierten Veteranen-Opa John Rambo geplant hatte, nun aber seinem „Expendable“-Buddy Jason Statham den Vortritt gelassen hat. Der wird in einer Kleinstadt in Louisiana mit den provinziellen Negativmutationen des amerikanischen Traums und mit einem Best-Of des US-Serienkosmos („Breaking Bad“, „Sons Of Anarchy“) konfrontiert. Nachdem seine Tochter nämlich mit einem Mitschüler aneinandergeraten ist, hetzt deren drogensüchtige Mutter (Kate Bosworth) erst ihren Meth-kochenden Bruder (James Franco) und schließlich die örtliche Bikergang auf den Ex-DEA-Agenten, der als alleinerziehender Witwer eigentlich nur seine Ruhe will, als stoische Kampfmaschine aber noch immer unschlagbar ist. Blöd für die örtliche White-Trash-Ansammlung.

Kein Trash, sondern erfrischend knüppelharte Thrillerkost bietet jedenfalls diese Kreuzung aus „Breaking Bad“, „Sons Of Anarchy“ und „Rambo“, der das Kalkül jederzeit ins Gesicht geschrieben steht. Dass das nicht weiter schlimm ist, dafür sorgt neben Genre-Veteran Gary Fleder auf dem Regiestuhl eine für derartige Filme durchaus überzeugende Besetzung, bei der vor allem James Franco und Winona Ryder der Spaß an der Freud jederzeit anzumerken ist. Und wir atmen bis zur Berlinale einmal tief durch…

Außerdem neu in den Kinos und mit einem Ein-Satz-Schnellcheck aufgeführt:

DER BLINDE FLECK

Bekannte Namen: Benno Führmann, Heiner Lauterbach

Reporter deckt rechte Verschwörung hinter dem Oktober-Attentat von 1980 auf und profitiert (filmisch) dabei von der aktuellen NSU-Kontroverse.

Gehen wir rein… wenn wir auf die TV-Ausstrahlung des nach TV-Film riechenden Polit-Thrillers kein Jahr warten wollen.

ERBARMEN

Bekannte Namen: Jussi Adler Olsen

Düster abgründig, packend und trotz biblischer Weiterführung der „Verblendung“-, „Verdammnis“- und „Vergebung“-Reihe von Stieg Larsson in Wirklichkeit von dessen legitimem Nachfolger Adler Olsen.

Gehen wir rein, weil…  der nächste gute „Tatort“ wahrscheinlich noch in den Sternen steht.

I, FRANKENSTEIN

Bekannte Namen: Aaron Eckhart, Bill Nighy

Frankensteins Monster lebt und zwar in einer Zukunft, in der es mit dem Kampf gegen Dämonen, um die eigene Seele und gegen den extrem hohen Trash-Faktor beschäftigt ist.

Gehen wir rein, weil… you’re kiddin’, right?

HANNAS REISE

Bekannte Namen: Karoline Schuch

BWL-Studentin will aus Karrieregründen „was mit Juden machen“ und erliegt in Israel dem Charme ihres dortigen Betreuers und dem Zauber eines zerrissenen Landes.

Gehen wir rein, weil… der Regisseurin die Umschiffung etlicher Betroffenheits-Klischees durchaus gelingt.


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