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Deerhoof The Magic


Altin Village & Mine/Morr Music

Die Stärke von Deerhoof lag schon immer daran, sich bei jedem Album komplett neu inspirieren zu lassen. Seit 1994 lärmt die Band, für Sängerin und Gitarristin Satomi Matsuzaki war der Beitritt zur Gruppe einer ihrer ersten Handlungen überhaupt, nachdem sie von Japan nach Kalifornien umgesiedelt war. Die Musik von Deerhoof ist seit jeher so impulsgesteuert wie diese Aktion.

Dennoch ergibt sich ein geschlossenes Bild: Es geht hier immer auch um Kunst, sicher auch um die Postmoderne – sprich um Möglichkeiten, das, was man hört und sieht, gesehen und gehört hat, in eine dialektische Form aus Pop und Krach ist, Rock und Chaos zu gießen. THE MAGIC ist eine Schnellschussplatte. Die Post ging ab, als sich die Band überlegte, eine Art Mixtape der Musik aufzunehmen, die Deerhoof als Jugendliche begeisterte. Keine Coverplatte wohlgemerkt, sondern ein Album mit Originalsongs, die wie damals klingen. So ganz hat das nicht hingehauen, dafür ist das musikalische Branding der Band einfach zu stark.

„The Devil And His Anarchic Surrealist Retinue“ klingt zwar nach wildem Girl-Postpunk, besitzt aber auch die irren Wendungen, die Deerhoof im Laufe ihrer Karriere perfektioniert haben. Das Resultat darf man sich als Bubblegum-Pop vorstellen, bei dem versucht, ein verschlucktes Kaugummi hüpfend herauszuwürgen. „That Ain’t No Life For Me“, gesungen von John Dieterich, kommt als Garagen-Indierock daher, erinnert an Mission Of Burma – und macht extrem viel Spaß. Artpop-Pausen wie „Model Behavior“ unterbrechen den Lärmreigen nur kurz. Besser als diese Deerhoof-Platte sind nur noch: Deerhoof-Konzerte.

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