Exit Through The Gift Shop Who the fu** is Banksy?


Alamode Film/Alive VÖ: 25. Februar 2011

von

Das Leben schreibt eben doch die besten Geschichten. Etwa jene von Thierry Guetta, einem chaotischen Franzosen mit Wahlheimat Los Angeles, der dort einen Secondhand-Modeladen besitzt und von der zeitgenössischen Street Art besessen ist. Mit einer Handkamera begleitet er die scheuen Größen des Genres bei der Arbeit, lernt dabei sogar Banksy, den großen Unbekannten, kennen und plant, aus all dem gesammelten Material, also Tausenden von ungeordneten Video-Kassetten, einen gloriosen Dokumentarfilm zusammenzuschneiden. Notgedrungen wohlgemerkt, denn irgendwann fragen ihn seine neuen Freunde, warum er ständig filme, aber nie etwas zu zeigen habe. Der Haken an der Sache: Thierry Guetta neigt dazu, den Überblick zu verlieren, hat zudem vom Filmemachen in Wirklichkeit keinen blassen Schimmer, weshalb sich dann eben Kumpel Banksy der Sache annimmt. Währenddessen wird der forsche Franzose nun selbst als Street Artist aktiv und bastelt in Los Angeles an seiner ersten Ausstellung – mit wahrhaft ungewöhnlichem Resultat. Was Exit Through The Gift Shop so unterhaltsam macht, sind einerseits wunderbare Einblicke in die Aktionen der Straßenkünstler – wenn etwa Banksy im Disneyland einen aufblasbaren Guantanamo-Häftling installiert, dann kommt naturgemäß Freude auf. Zum anderen fasziniert und irritiert Thierry Guetta, dieser hyperaktive, leidenschaftliche, aber irgendwie auch nicht ganz ernst zu nehmende Simplizissimus, der in bestem Franzosen-Englisch (deutsch untertitelt) und voller Stolz seinen eindrucksvollen Werdegang beschreibt. Was streckenweise an Roberto Benignis Gestammel in Down By Law erinnert, auch wenn der nicht aus Frankreich stammt, sondern aus Italien. Ob Thierry Guetta nun eher ein Trottel ist, oder eben doch das Genie, für das ihn nicht wenige halten, bleibt letztlich offen, gültige Antworten gibt Exit Through The Gift Shop allerdings in anderer Hinsicht: Man erfährt, wie der zeitgenössische Kunstmarkt funktioniert. 


ÄHNLICHE ARTIKEL

Christopher Walken übermalt echtes Banksy-Graffiti

Christopher Walken übermalt einen echten Banksy. Hintergrund ist eine Filmszene, die im englischen Bristol spielt – Banksys Heimatort.

Krypto-Aktivist*innen verbrennen einen Banksy – um seinen digitalen Wert zu steigern

„Die Aktion soll als Inspiration dienen. Wir möchten Technologie-Enthusiast*innen und Künstler*innen inspirieren.“ Bei der provokanten Aktion handelt es sich um einen Versuch Kunstwerke und Auktionen in die digitale Welt zu übersetzen.

Banksys Kunstwerk in Londoner U-Bahn versehentlich von Reinigungskraft entfernt

Das Graffiti „if you don’t mask – you don’t get it“, das den Umgang mit Masken während der Corona-Pandemie kommentiert, wurde erst am Vortag gesprüht.


Christopher Walken übermalt echtes Banksy-Graffiti
Weiterlesen