Madsen  Lichtjahre  


Arising Empire/Warner  

Man weiß es ja, wo Madsen draufsteht, ist kein Meta drin. Statt Next-Level-Shit bekommt man hier Erinnerungen: Jugendzimmer in Norderstedt, Fußballplatz in Magdeburg, Baggersee in Diez. Auch wenn die Keyboarderin Lisa Nicklisch (die als Lisa Who tollen Dream Pop macht!) bei Live-Auftritten das Instrumentarium der Gebrüder Madsen und Kumpel Nico Maurer erweitert, sind in dieser bandgewordenen Zeitkapsel die Nullerjahre nie zu Ende gegangen.

Indie mit Hardrock-Ausbrüchen und Power-Pop wettstreiten auch auf dem neuen Album LICHTJAHRE um den hymnischsten, eingängigsten Refrain (gefühlter Endstand: 8:4, abzüglich der obligatorischen Ballade), während die Belegschaft des über allen Trends thronenden Raumschiffs Madsen wehmütig auf die gute, alte Zeit schaut – und besorgt auf den Selbst­optimierungswahn der Netzgesellschaft.

Dann vermisst man die Doppelbödigkeit doch mehr als bei den klassischen Lovesongs, denn erstens sind Klick-und-Like-kritische Gegenwartsdiagnosen nicht neu, und zweitens wurden sie schon subtiler formuliert als von diesen aufrechten Anti-Ironikern. Aber vermutlich muss das so, wenn man vom Nostalgie-Shuttle aus den Zeitgeist zu verstehen sucht.  

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